„Autobranche wird durch Steuerpolitik abgestraft“

Motor / 08.05.2015 • 14:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Alfred Stadler (r.) übergibt Zepter an Gregor Strassl. Foto: Werk
Alfred Stadler (r.) übergibt Zepter an Gregor Strassl. Foto: Werk

Denzel zieht positive Bilanz, formiert neues Führungsteam, blickt optimistisch voraus.

wien. „Der Markt steigt weltweit wieder“, resümiert Alfred Stadler, als Vorstandsmitglied der Denzel-Gruppe frisch pensioniert, die Bilanz des Jahres 2014, mit einem Wachstum von durchschnittlich 5,4 Prozent. In nur vier europäischen Ländern sei das Geschäft rückläufig. In Österreich mit minus 4,9 Prozent. Dennoch blickt er, was das größte private Mobilitätsunternehmen des Landes betrifft, auf ein positives Jahr zurück, das mit 14 Standorten, 18 Verkaufs- und Service-Marken sowie rund tausend Mitarbeitern um rund fünf Prozent steigern konnte. Die fünf Geschäftsfelder des Mischkonzerns – Import, Vertrieb, Bank, Immobilien und IT – erwirtschafteten 624 Millionen Euro Umsatz (2013: 599,2, 2012: 561,8).

Kritik an Politik

Stadler ist zwar nach knapp dreißig Jahren bei Denzel in Pension gegangen, und er übergibt die operative Leitung an ein neues Führungsteam mit Gregor Strassl als Vorstandsvorsitzenden (Wolfgang Denzel Auto AG), zieht sich aber nicht in den Ruhestand zurück. Auch als neues Mitglied des Aufsichtsrates blickt er auf besonders erfolgreiche fünf Jahre zurück und schaut mit den Worten „Die besten Jahre kommen noch“ optimistisch voraus, spart aber nicht mit Kritik an der österreichischen Politik: Die in Österreich gedämpfte Kaufstimmung sei hausgemacht. Elf Steuererhöhungen in den vergangenen zehn Jahren und die neuerlichen Belastungen bei Dienstautos seien mit einer Abstrafung der Branche gleichzusetzen. Auch prangert er die Behinderung und Bestrafung des Pkw-Verkehrs an: Autofahren sei kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, denn auch in größeren und großen Städten habe nicht jeder eine Autobus- respektive Bahnstation oder andere öffentliche Verkehrsmittel in unmittelbarer Nähe zur Verfügung. Auch in diesem Sinne ist er, der einst angesichts des Starts des Hyundai-Imports als „Initialzünder für PS-Exotik“ belächelt worden war, besonders stolz auf den anhaltenden Erfolg der südkoreanischen Marke.

Einst belächelt, längst geachtet: Denzel startete 1992 mit dem Import der Südkorea-Marke Hyundai.
Einst belächelt, längst geachtet: Denzel startete 1992 mit dem Import der Südkorea-Marke Hyundai.

Fakten

Die Denzel-Gruppe

Autoimport: Hyundai und Mitsubishi, Generalvertrieb

Retail: 14 Autohäuser, 18 Verkaufs- bzw. Servicemarken

Finanzdienstleistung: Denzel Bank und Denzel Leasung