Ein eifriger und ehrgeiziger Charmeur im Kleinformat

Motor / 08.05.2015 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Heckansicht mit auffälliger Vollglas-Heckklappe.
Heckansicht mit auffälliger Vollglas-Heckklappe.

Der Citroën-Minimalist ist ein wandelbarer Geselle: Ein bisschen knurrig, aber herzlich.

citroen. In der Kürze liegt die Würze, heißt es. Und wer in der automobilen Zwergenklasse keine Alltagskost löffeln will, dem offeriert Citroën jetzt mit dem neuen C 1 Airscape gleichsam ein eigenwilliges Mini-Menü, das Appetit auf mehr machen soll.

Der poppig und pfiffig gestylte Franzosen-Floh im Zeichen des Doppelwinkels gibt den kleinen Charmebolzen. So nach dem Motto: Mit mir kannst du viel Spaß haben und außerdem bin ich auch noch für Überraschungen gut! So zielt der Winzling denn auch auf Fahranfänger oder Singlefrauen ab, die nicht ihr gesamtes Budget für ein Auto verwenden wollen.

Wer den vergleichsweise kurz geratenen Citroën-Mini, der es nicht einmal auf 3,50 Meter Außenlänge bringt, entert, der wird tatsächlich überrascht feststellen: Platz ist unter der kleinsten Blechhülle. Zumindest vorne sitzt es sich ziemlich entspannt, da kommt selbst bei großgewachsenen Autofahrern nicht gleich Platzangst auf. Das ausreichend komfortable Gestühl taugt auch für längere Fahrten.

Für das Cockpit gilt: Was günstig ist, muss sich nicht billig anfühlen. Es dominiert zwar Hartplastik, die Zweifarbigkeit wertet es aber auf. Die Bedienung der übersichtlichen Instrumente gibt einem keine Rätsel auf. Alles ist einfach und klar. Das C1-Handbuch kann also getrost im kleinen Handschuhfach bleiben. Was Frischluftfans begeistern dürfte, ist das große elektrische Faltschiebedach: da kommt Cabriofeeling auf.

Schluss mit lustig ist indes für Fondpassagiere. Die zweite Reihe im Minimalauto ist höchstens was für Kleinkinder, wenn überhaupt. Die Beine mühsam sortiert, sitzen Mitfahrer ab 1,80 Meter Körpergröße irgendwie in der Art eines verbogenen Fragezeichens auf der Rückbank.

Alle Mühe, im Verkehr mitzuhalten, gibt sich der knurrige Dreizylinder-Typ. Während es mit dem 69-PS-Basismodell auf Landstraßen oder der Autobahn eher zäh vorwärtsgeht, funktioniert es in urbaner Umgebung ganz prima. Der Winzling ist wendig und leicht zu handhaben. Das Getriebe lässt sich etwas knochig, aber präzise schalten. In schnell durchfahrenen Kurven untersteuert der Citroën-Mini, die Lenkung spricht aber akkurat an und erfordert kaum Kraftaufwand beim Rangieren und Einparken. Insgesamt bleibt der C1 im Fahrverhalten ebenso sicher wie brav.

Das Cockpit erlaubt eine intuitive Bedienung.
Das Cockpit erlaubt eine intuitive Bedienung.
Nicht gefallen kann, was nicht auffällt: Der kecke C 1 ist ein aussichtsreicher Kleinwagen. Fotos: vn/Stiplovsek
Nicht gefallen kann, was nicht auffällt: Der kecke C 1 ist ein aussichtsreicher Kleinwagen. Fotos: vn/Stiplovsek
Eindruck: Ein vergleichsweise karges Basismodell, das sich indes zu verhältnismäßig moderatem Preis vielseitig aufrüsten lässt. Wenn es um den verfügbaren Stauraum im Fünftürer geht, bleibt der C 1 allerdings konsequent Minimalist.
Eindruck: Ein vergleichsweise karges Basismodell, das sich indes zu verhältnismäßig moderatem Preis vielseitig aufrüsten lässt. Wenn es um den verfügbaren Stauraum im Fünftürer geht, bleibt der C 1 allerdings konsequent Minimalist.

Fakten

Motor/Antrieb: Dreizylinder-Benzinmotor, 998 ccm, 69 PS, 95 Nm bei 4800 U/min, 5-Gang-Schaltgetriebe, Vorderradantrieb.

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 14,3 Sek., Spitze: 155 km/h, Normverbrauch: 4,3 (95 g CO2/km), Testverbrauch: 5,9 l Superbenzin

Preis: Grundpreis: 12.640 Euro, Testwagen: 13.786 Euro