Große Aufgaben für das Vorarlberger Gewerbe

Markt / 08.05.2015 • 20:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die wirtschaftliche Lage ist fürs Handwerk nicht einfach. Neue Ideen und verstärkter Export (z. B. der Holzbaubranche) steuern gegen.  Foto: Berchtold  
Die wirtschaftliche Lage ist fürs Handwerk nicht einfach. Neue Ideen und verstärkter Export (z. B. der Holzbaubranche) steuern gegen. Foto: Berchtold  

Gewerbe und Handwerk gerät auch in Vorarlberg zunehmend unter Druck.

Feldkirch. Das Vorarlberger Gewerbe und Handwerk eilte jahrelang den Kollegen in den anderen Bundesländern davon, nun liegt es, was die Umsatzzahlen betrifft, nur noch leicht über dem österreichischen Durchschnitt.

Dies ergab der aktuelle Konjunkturbericht der KMU Forschung Austria (Konjunkturbeobachtung im 1. Quartal 2015). Mit mehr als 30.000 Betrieben ist das Gewerbe und Handwerk im Land der größte Arbeitgeber. Darüberhinaus beschäftigt die Sparte rund 2600 Lehrlinge und ist somit auch der bedeutendste Ausbildner in Vorarlberg. Wie die aktuellen Konjunkturzahlen zeigen, gerät die Sparte jedoch zunehmend unter Druck.

Umsätze rückläufig

Seit dem Jahr 2011 verläuft die Umsatzentwicklung in Vorarlberg sinkend. Inzwischen hat man fast die österreichweiten Zahlen erreicht. „Wir liegen noch leicht darüber“, sagt der Geschäftsführer der Sparte Gewerbe und Handwerk, Thomas Peter.

Bei Export Nr. 1

16,3 Prozent des Gesamtumsatzes entfielen im Vorjahr auf Exporte. Dies stellt den höchsten Exportanteil in ganz Österreich dar. „Hier bekommen wir natürlich auch den internationalen Trend stark zu spüren“, weiß Peter. Nicht zuletzt, weil das Vorarlberger Gewerbe und Handwerk eine der tragenden Säulen der Inlandskonjunktur darstellt, sei die Politik jetzt erst recht gefordert.

Deregulierung

„Es gilt, die Gesetze und Verordnungen auf Bundes- und Landesebene zu vereinfachen und zu deregulieren“, fordert der Spartengeschäftsführer. Speziell in Vorarlberg sei es notwendig, bei den baurechtlichen Vorschriften einen Schritt in Richtung Vereinfachung zu setzen, um die Konjunktur zu beleben. Die Rahmenbedingungen bei den Gesetzen und den Fördermaßnahmen müssen passen. „In dem Zusammenhang halte ich die Zielorientierung für absolut wichtig“, betont Thomas Peter. Im 1. Quartal 2015 beurteilten 23 Prozent der Betriebe die Geschäftslage mit gut (Vorjahr: 34 %), 59 Prozent mit saisonüblich (Vorjahr: 55 %) und 18 Prozent der Betriebe mit schlecht (Vorjahr: 11 %).

Investitionen

Im Durchschnitt investierten die Vorarlberger Gewerbe- und Handwerksbetriebe im Jahr 2014 mit rund 5600 Euro je Beschäftigten um 36 Prozent weniger als im Vorjahr ( 8700 Euro). Im Jahr 2014 tätigten 60 Prozent der Handwerksbetriebe Investitionen.  Beim Großteil der Investitionen handelte es sich um Ersatzinvestitionen (53 Prozent), 43 Prozent der Betriebe planen, im Jahr 2015 Investitionen vorzunehmen.