Mit Stahlkappenstiefeln Autofahrerin attackiert

Vorarlberg / 08.05.2015 • 22:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Massive Tritte gegen Gesäß und Genitalbereich: 27-Jähriger zu 400 Euro Geldstrafe verurteilt.

Bregenz. (VN-gs) Beim Betreten des Verhandlungssaals im Bezirksgericht Bregenz fällt der erste Blick des Beschuldigten auf das Kruzifix an der Wand. „War das hier einmal ein Kloster?“, fragt er lächelnd. Seine Sonnenbrille nimmt er nicht ab. Was Richter Christian Röthlin zu einer entsprechenden Aufforderung veranlasst. Auf die Frage, womit er denn seinen Lebensunterhalt bestreite, antwortet der 27-Jährige lakonisch: „Ich bin Vermieter.“ Allerdings nicht gerade mit einem „rosigen Einkommen“, ergänzt er noch.

Angriff mit Anlauf

Dem jungen Mann wird das Vergehen der Körperverletzung vorgeworfen, geschehen im Bregenzerwald. Opfer war eine Pkw-Lenkerin, die Parkbarrieren vor dem Haus des Beschuldigten weggeräumt hatte. Dies schlicht und einfach deshalb, weil die Dinger auf der Straße und damit im Weg gestanden waren.

Der Beschuldigte beobachtete dies, rastete buchstäblich aus und attackierte die Frau. „Er trat ihr mit Stahlkappenstiefeln gegen das Gesäß und in den Genitalbereich. Und das nach einem Anlauf von vier bis fünf Metern“, wie es die Anklagebehörde formuliert. Beim Opfer wurden anschließend massive Hämatome festgestellt.

Der Anwalt des Beschuldigten versucht, die Verantwortung seines Mandanten einzuschränken. „Er war sich der Stahlkappen an seinen Stiefeln gar nicht bewusst. Eigentlich waren es Gummistiefel, damit er warme Füße hat. Die Stahlkappen waren eine Zufallseigenschaft“, begründet er.

Im Übrigen seien sämtliche Ansprüche des Opfers bereits in einem Diversionsverfahren, also außergerichtlich erledigt worden. Doch dies bewahrt den Bregenzerwälder nicht vor einem Schuldspruch im Sinne der Anklage. Richter Röthlin verurteilt den 27-Jährigen wegen des Vergehens der Körperverletzung zu einer unbedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je fünf Euro. Der Verurteilte und sein Anwalt erbitten drei Tage Bedenkzeit.