Quirliges Allroundtalent

Menschen / 08.05.2015 • 22:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Mit dem Schauspielen wurde sie berühmt, die Bühne kennt sie von der Musik – jetzt verbindet sie beides im Theater.

Stuttgart (dpa) Musik, Fernsehen, Theater: Ex-Soapstar Jeanette Biedermann ist umtriebig. „Sonst wäre das Leben ja langweilig“, sagt die 35-Jährige im Interview. Bis Ende Juni spielt sie im Zweimannstück „Rita will’s wissen“ in Stuttgart eine junge Frau, die bei einem zynischen Professor einen Literatur-Kurs besucht. Die Friseurin Rita ist zwar ungebildet, aber wissbegierig, nimmt kein Blatt vor den Mund – und hat nicht nur den Berliner Akzent mit ihr selbst gemeinsam, wie Biedermann sagt.

Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen dem Charakter Rita und Ihnen?

Biedermann: Rita ist eine ganz natürliche Person, und das trifft auf mich auch zu. Rita ist auch emotional sehr intelligent. Sie hilft ihrem Professor und sieht Dinge intuitiv richtig.

Und wie viel von Ihnen selbst steckt in der Figur?

Biedermann: Ich habe ihr etwas Besonderes von mir gegeben – nämlich meinen Berliner Dialekt, zumindest zu Anfang. Irgendwann findet sie es paradox, über schöne Literatur mit Dialekt zu sprechen. Dann fängt sie an, Sprachübungen zu machen und es sich abzugewöhnen.

Wie gefällt Ihnen als Berlinerin Ihr neuer Wirkungsort?

Biedermann: Stuttgart ist wunderschön, und ich liebe Maultaschen. Baden-Baden, Ludwigsburg, Stuttgart – das alles sind Städte, die ich noch nicht gut kannte, obwohl ich schon oft hier war. Ich bin immer aus dem Tourbus geplumpst und nach dem Auftritt wieder zurück.

Theater spielen Sie noch nicht so lange. Was ist anders daran?

Biedermann: Ich kenne natürlich die Bühne von der Musik – man agiert, die Leute reagieren, das ist ein wunderschönes gemeinsames Erlebnis. Das ist beim Theater genauso. Wenn du eine Pointe versaut hast, dann kriegst du das zu spüren – dann lacht eben niemand. Oder wenn du sie perfekt setzt, lachen die Leute sich halbtot. Das hast du beim Fernsehen nicht, da kommt die Reaktion dann später etwa über Facebook.

Und was macht am meisten Spaß?

Biedermann: Es ist ganz wichtig, verschiedene Dinge zu machen. Das hält meinen Geist frisch, und es sind immer wieder neue Herausforderungen. Ich habe gerade mit Theater angefangen und bekomme schon ein Zwei-Personen-Stück angeboten – das ist gut fürs Selbstbewusstsein. Im Sommer bin ich wieder mit meiner Band „Ewig“ unterwegs, drehe einen Film und danach ist mein Kalender wieder ziemlich voll mit Theater.