Von Eule und Lerchen

Gesund / 08.05.2015 • 11:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
  

 

 

Schwarzach. Sind Langschläfer fauler als Frühaufsteher, und braucht der Mensch wirklich mindestens acht Stunden Schlaf, um erholt zu sein? Was tun, wenn man aufwacht und sich so gar nicht erholt fühlt? Ein neues Sachbuch geht dem Thema auf den Grund und gibt Antworten auf diese und andere Fragen.

Wie viel Schlaf wir brauchen, hängt davon ab, wie erholt wir uns am Morgen fühlen, ob wir tagsüber aktiv und konzentriert sind oder vor lauter Müdigkeit keine Leistung erbringen können. Manche Menschen fühlen sich nach sechs Stunden ausgeschlafen, andere sind auch nach acht Stunden noch müde. Wie erholsam wir schlafen, hängt nicht zuletzt auch davon ab, ob das Schlafverhalten unserem „Typ“ entspricht.

Genetisch bedingt

Tatsächlich spricht auch die Wissenschaft von Abend- und Morgenmenschen: Die morgenaktiven „Lerchen“ fühlen sich am Vormittag am aktivsten, kommen leicht aus dem Bett und zeigen morgens eine rasch ansteigende Körpertemperatur. „Eulen“ dagegen kommen meist erst am späten Vormittag in die Gänge und sind abends lange aktiv und leistungsfähig. Dieser Biorhythmus ist zum allergrößten Teil genetisch bedingt und lässt sich kaum „umprogrammieren“. Nur wenige Menschen sind extreme „Eulen“ oder „Lerchen“; etwa 60 Prozent sind Mischtypen.

Durch die genetische Basis kristallisiert sich häufig aber schon in den ersten Lebensjahren heraus, ob sich ein Kind zum Frühaufsteher oder zum Nachtmensch entwickelt. Und „Eulen“, die aufgrund ihrer Lebensumstände früh aufstehen müssen, können tatsächlich ein gestörtes Schlafverhalten aufweisen oder unter chronischem Schlafmangel leiden, ebenso wie ausgeprägte „Lerchen“ sich nur schwer zu Abendterminen schleppen.

Morgendliche Wechseldusche

Abhilfe für jene, die trotzdem früh aufstehen müssen, gibt es aber: von der morgendlichen Wechseldusche über etwas Helligkeit im Schlafraum bis hin zum früheren Wecker, der uns hilft, in einer weniger tiefen Schlafphase aufzuwachen und erholter aufzustehen. Diese und viele andere Hinweise finden sich auch in einem neuen Sachbuch: In „Faszination Schlaf“ versammeln Schlaf-Experte Prof. Bernd Saletu und die Medizinsoziologin Susanne Altmann spannende Erkenntnisse, Hintergrundinfos und Tipps vom Schlafverhalten über Schlafstörungen und ihre Therapie bis zu den wichtigsten Tipps für einen entspannten Schlaf.

Bernd Saletu, Susanne Altmann: Faszination Schlaf – Schäfchen zählen war gestern, maudrich 2015, 232 Seiten, durchgehend farbig, Hardcover, Preis: 22 Euro