„Bin ein Lösungsorientierter“

Vorarlberg / 10.05.2015 • 19:56 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
„Mich bringt eigentlich nicht so schnell etwas aus der Ruhe“: Gemeindechef Matthias Luger. Fotos: VN/Steurer
„Mich bringt eigentlich nicht so schnell etwas aus der Ruhe“: Gemeindechef Matthias Luger. Fotos: VN/Steurer

Er folgt den Fußstapfen seines Vaters: Matthias Luger ist neuer Gemeindechef in Stallehr.

Stallehr. In der Kleingemeinde Stallehr bleibt das Amt des Bürgermeisters quasi in der Familie. Mit Matthias Luger übernahm der Sohn des jetzigen Alt-Bürgermeisters Bertram Luger die Agenden im Rathaus. Gemeinsam mit acht Volksvertretern führt der Technische Angestellte die Geschicke der Kleingemeinde. Luger ist als Nebenerwerbs-Bürgermeister tätig, war bereits über fünf Jahre hinweg als Gemeindevertreter tätig und ist Mitglied der Volkspartei. Bei der Arbeit für die Gemeinde spielen Parteizugehörigkeiten jedoch eine untergeordnete Rolle.

Herr Luger, was hat Sie am Bürgermeisterjob gereizt, und wie fühlt man sich in den Fußstapfen des Vaters?

Luger: Ich bin hier aufgewachsen, habe mich auch in jungen Jahren bereits in Vereinen in der Gemeinde engagiert und bin nach wie vor bei der Feuerwehr. Während meiner Zeit als Gemeindevertreter habe ich dann den Entschluss gefasst, noch mehr für die Gemeinde zu tun und Stallehr vorwärts zu bringen. Was die Fußstapfen meines Vaters anbelangen, so sehe ich das nüchtern. Mir ist zwar bewusst, dass ich bestimmt da und dort mit ihm verglichen werde. Dadurch fühle ich mich aber nicht unter Druck gesetzt. Die Bürger sollen mich an meinen Taten messen.

Welches Thema werden Sie als erstes Thema angehen?

Luger: Mir geht es vor allem um Stallehr als Wohngemeinde. Vor diesem Hintergrund stehen die Aufrechterhaltung und der Ausbau der Infrastruktur im Vordergrund. So können wir dafür sorgen, dass junge Leute und Familien in der Gemeinde ihren Lebensmittelpunkt sehen. Vor dem Hintergrund, dass Stallehr praktisch keine Abwanderungstendenzen aufweist, befinden wir uns auf einem guten Weg. Dank vergleichsweise günstiger Grundstückspreise ist es in Stallehr mit einem normalen finanziellen Background auch heute noch möglich, ein Eigenheim zu finanzieren.

Was geht Ihnen manchmal auf die Nerven?

Luger: Da fällt mir auf Anhieb keine Antwort ein. Ich bin nämlich kein problemorientierter, sondern ein lösungsorientierter Mensch. Mich bringt jedenfalls nicht so schnell etwas aus der Ruhe, dieser Ruf eilte mir schon während meiner Schulzeit voraus.

Stichwort Schule: Was denken Sie, wie Sie von Ihren einstigen Lehrpersonen eingeschätzt wurden?

Luger: Als Streber ganz bestimmt nicht. Es ging immer darum, gesteckte Ziele erreichen zu können. Wenn es einmal darauf angekommen ist oder es nötig war, dann habe ich eigentlich immer die gewünschte Leistung gebracht.

Wann und wo gelingt es Ihnen am besten, abzuschalten und neue Kraft zu tanken?

Luger: Ich finde nach einem Arbeitstag immer noch etwas zu tun im heimischen Garten oder im Bereich meines Hauses. Dabei kann ich mich am besten entspannen. Und darüber hinaus finde ich den Ausgleich oder bekomme den Kopf frei beim Wandern mit meiner Frau.

War würden Sie sich wünschen, was man Ihnen nachsagt, wenn Sie einmal nicht mehr in Amt und Würden sind?

Luger: Dass die Bürger von Stallehr mir nachsagen, dass ich ein Bürgermeister gewesen bin, der das Dorf auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten konnte.

Sind Sie mit dem Bezug als Bürgermeister zufrieden und wie viel bleibt Ihnen monatlich?

Luger: Nach Abzug aller Steuern bleiben mir vom Bürgermeisterbezug rund 1100 Euro netto pro Monat.

Kurz gesagt . . .

Absolute Mehrheit: beschleunigt politische Prozesse, in breitgefächerten Gesellschaft kaum mehr erreichbar

Freunderlwirtschaft: ist in einer politischen Funktion nicht tragbar

Lebensglück: Familie, Gesundheit und gesetzte Ziele erreichen

Politikverdrossenheit: deutlich wahrnehmbar, auf kommunaler Ebene weniger vorhanden

Parteifreund: vereint gemeinsame politische Interessen, Zusammenarbeit ebenso wie Freundschaften

Freizeit: wichtige Phasen, um den Kopf frei zu bekommen

Erstwähler: nehmen ihr Wahlrecht ernst und auch wahr

Lebensqualität: sehr individuell, Zufriedenheit und Erfüllung

Netzwerke: kein Nutzer von sozialen Netzwerken, sind mir zu „gläsern“

Lebensabend: mache mir in meinem Alter eher Gedanken über neue Herausforderungen

Zahlen zu Stallehr

» Gemeindegröße: 1,65 km2

» Einwohner: 286

» Jahresbudget: 850.000 Euro

» Pro-Kopf-Verschuldung:
4770 Euro

» Betriebe: 8

» Beschäftigte: 70

Zur Person

Matthias Luger

Geboren: 26. April 1981

Familienstand: verheiratet

Beruf: Bürgermeister, Techn. Angestellter (Projektleiter)

Hobbys: Wandern, Biken, Garten