Zukunftsvisionen

Leserbriefe / 10.05.2015 • 19:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In den Zeitungen lese ich, dass die Regierungen der ganzen Welt in einer eiligst zusammenberufenen Konferenz in Rekordzeit beschlossen haben, die Mittel für Entwicklungshilfe auf eine noch nie dagewesene Summe aufzustocken. Nach europäischem Vorbild soll in den Krisenregionen dieser Erde eine intakte Infrastruktur aufgebaut werden. In Afrika, Syrien, Lybien, dem Irak usw. findet man dann in den nächsten Jahren wunderschöne Städte, Brunnen mit reichlich sauberem Trinkwasser, Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser mit Personal aus allen Teilen dieser Welt. Das dafür notwendige Kapital wird wie folgt aufgebracht: Unzählige Reiche stellen Teile ihrer Gelder zur Verfügung, indem sie ihre „off-shore-Konten“ auflösen. Andere verzichten auf die Hälfte ihres Gehalts, z. B. Spitzenpolitiker, EU-Abgeordnete, Bankenchefs, u.v.a.m. Die Schweizer Banken lösen Konten dubioser Kunden auf und lassen dieses Geld ebenfalls in den Spendentopf fließen. Der Vatikan verkauft einen Großteil seiner Kirchenschätze. Jeder hilft, so gut er kann. Am Strand von Tripolis spazieren Jung und Alt im Licht der untergehenden Sonne und plaudern fröhlich miteinander, andere plantschen vergnügt im kristallklaren Wasser. Kinder in Damaskus, Abuja oder Sana genießen ihre Eiscreme inmitten eines Palmenhains. Nur Utopie?

Sylvia Geser,

Kneippstraße 15a, Lustenau