Der Meister schickt Vize in den Urlaub

Sport / 11.05.2015 • 23:18 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Frenetischer Jubel der Akteure des Alpla HC hard nach dem 27:26-Sieg bei den Fivers und dem damit verbundenen Finaleinzug. Foto: gepa
Frenetischer Jubel der Akteure des Alpla HC hard nach dem 27:26-Sieg bei den Fivers und dem damit verbundenen Finaleinzug. Foto: gepa

Titelverteidiger Alpla HC Hard zieht mit 27:26-Sieg bei Fivers ins HLA-Finale ein.

Wien. Dramatik pur in den letzten Sekunden des zweiten Halbfinalduells zwischen Vizemeister Fivers Margareten und dem Titelträger der letzten drei Saisonen, dem Alpla HC Hard. Nach einem Handballkrimi durften die Roten Teufel vom Bodensee über einen glücklichen, aber keinesfalls unverdienten 27:26-Erfolg in Wien jubeln und stehen damit zum vierten Mal in Serie im Endspiel der Handball-Liga Austria.

Ende gut, alles gut

Das Duell der beiden erfolgreichsten Mannschaften der letzten Jahre begann und endete mit einem missglückten Siebenmeterversuch von Nikola Bilyk. Österreichs Jungstar, der bereits ab Sommer einen Vertrag beim THW Kiel in der Tasche hat, wurde zum tragischen Helden des zweiten Spiels.

Die Gäste aus dem Ländle erwischten zunächst den besseren Start und lagen nach 13. Minuten mit 8:6 in Führung. Doch dann übernahmen die Wiener unter der Regie von Vitas Ziura, der einen Tag zuvor seinen 36. Geburtstag feierte, mit einem 6:0-Lauf auf 12:8 (20.) das Kommando. Besonders in der Defensive hatten die Harder ihre liebe Mühe, zudem wurde im Angriff viel zu schnell der Abschluss gesucht. Am Ende wurden beim Stand von 15:13 aus Sicht des Heimteams die Seiten gewechselt.

Nach der Pause setzte sich dann das Wechselspiel weiter fort: Die Fivers legten vor und die Harder waren gezwungen, mit viel Risiko den Abstand in Grenzen zu halten. Nach dem 19:22-Rückstand nahm Hard-Coach Markus Burger dann eine Auszeit und versuchte, sein Team neu zu ordnen. Auch deshalb, weil bei den Fivers Nikola Bilyk mit einer Knöchelverletzung nicht mehr zur Verfügung stand. Mit Erfolg, wie sich herausstellte, innert weniger Minuten gelang der 22:22-Gleichstand (50.) und die Partie stand auf Messers Schneide. Knapp vier Minuten vor dem Ende drückte dann der bis dahin farblose Golub Doknic der Partie seinen Stempel auf. Der Hard-Goalie parierte in den letzten drei Minuten zwei Siebenmeter gegen Ziura und wurde so zum wiederholten Male zum Matchwinner für die Roten Teufel. Nach dem 27:26 von Marko Tanaskovic kam dann noch einmal Hektik auf, als es nach einer Attacke von Kresmir Kozina zwei Sekunden vor dem Ende zur Rudelbildung kam, sowohl der Hard-Kreisläufer als auch Fivers-Teamspieler die Rote Karte sahen und die Schiedsrichter zur Verwunderung der Harder auf den Siebenmeterpunkt zeigten. Doch der 18-jährige Nikola Bilyk, der extra von der Bank auf das Parkett humpelte, warf übers Tor. Während die Harder damit weiter die Möglichkeit auf den vierten Titelgewinn in Serie bzw. fünften in der Vereingeschichte haben, ist die Saison für die Fivers beendet.

Erleichtert betonte Hard-Trainer Burger nach Spiel­ende: „Es war das erwartet schwere Spiel mit einem etwas glücklichen Ausgang für uns. Doch die Mannschaft hat nie den Glauben an den Sieg verloren. Der letzte Siebenmeter war meiner Meinung nach etwas fragwürdig. Doch am Ende spielt das alles keine Rolle mehr, wir stehen im Finale.“

Ich ziehe den Hut vor der Moral meines Teams, die nie den Glauben an den Sieg verloren hat.

Markus Burger

Handball

Handball-Liga Austria der Männer 2014/15 Internet: www.sis-handball.at

» Halbfinale 1 (Best of three), 2. Spiel

HC Fivers WAT Margareten – Alpla HC Hard 26:27 (15:13)

Endstand in der Serie: 2:0 für Hard

Hollgasse, SR Brkic/Jusufhodzic

Zweiminutenstrafen: 5 bzw. 3

Rote Karten: 60. Kolar (Margareten) bzw. Kozina (Hard)

Die Torfolge: 3. 0:2, 6. 2:4, 10. 4:6, 14. 6:8, 20. 12:8, 23: 12:10, 25. 14:11, 27. 15:12,
29. 15:13, 33. 17:14, 41. 19:16, 46. 21.18, 47. 22:19, 49. 22:21, 54. 24:22, 56. 25:24,
59. 26:26, 60. 26:27

HC Fivers WAT Margareten: Sergiy Bilyk, Pilipovic; Nikolic, Bezucha, Seidl, Nikola Bilyk (5),
Ziura (9/4), Eitutis (2), Jonas (2), Wagner (2), Kolar (5), Aljetic, Fuger (1), Brandfellner

Alpla HC Hard: Doknic, Stockbauer; Kozina (3), Raschle, Zivkovic, Wüstner, Tanaskovic (3), Schlinger (2), Knauth (1), Krsmancic (7), Dicker, Herburger, Weber (5), Zeiner (6/4)

1. Spiel

Alpla HC Hard – HC Fivers WAT Margareten 28:25 (16:11)

Sporthalle am See, SR Lajko/Seidler

Alpla HC Hard: Doknic, Stockbauer; Kozina (5), Raschle (2), Zivkovic, Wüstner, Tanaskovic, Schlinger (3), Knauth (2), Krsmancic (4), Dicker, Herburger, Weber (5), Zeiner (7/6)

HC Fivers WAT Margareten: Sergiy Bilyk, Pilipovic; Nikolic (3), Bezucha, Müller, Nikola Bilyk (6/1), Ziura (4), Eitutis (1), Jonas (3), Wagner (1), Kolar (2), Aljetic (1), Fuger (1), Brandfellner (3)

» Halbfinale2 (Best of three), 2. Spiel

SG HB West Wien – Bregenz HB heute, 20.20 Uhr

BSFZ Südstadt, SR nicht bekanntgegeben

1. Spiel

Bregenz HB – SG HB West Wien 35:34 n. V. (32:30, 29:29, 12:15)

Handballarena Rieden, SR Staudinger/Staudinger

Zweiminutenstrafen: 6 bzw. 3

Torfolge: 4. 1:3, 10. 3:6, 17. 6:8, 22. 9:11, 29. 12:14, 34. 15:16, 41. 19:19, 43. 21:20, 47. 22:24, 51. 25:25, 54. 28:26, 59. 29:29

Verlängerung: 64. 31:29, 65. 32:30, 67. 33:31, 68. 34:32, 70. 35:23

Bregenz HB: Bozic, Suppanschitz; Mayer (7), Frühstück (4), Babarskas (2), Gavranovic (4), Rauch, Klopcic (4), Watzl, Bammer (2), Esegovic (8/8), Gangl, Wassel (1), Warvne (3)

SG HB West Wien: Uvodic, Kaiper; Hermann (10), Machinek (1), Pratschner, Führer (5), Strazdas, Miljak (7), Posch (6), Wagesreiter (2), Frimmel (3/1), Sahin, Jelinek, Schuster

Die weiteren Spieltermine

Bregenz HB – SG HB West Wien* Sonntag, 17. 5., 18.45 Uhr

» Finale (Best of three)

Alpla HC Hard – Sieger Bregenz/West Wien Samstag, 23. 5., 20.20 Uhr

Sieger Bregenz/West Wien – Alpla HC Hard Dienstag, 26. 5., 20.20 Uhr

Alpla HC Hard – Sieger Bregenz/West Wien* Samstag, 30. 5., 20.20 Uhr

Im Finale hat der Alpla HC Hard als besser klassierte Mannschaft im Play-off Heimvorteil im ersten und möglichen dritten Spiel.

Erklärung: * falls nötig