Eine ganze Branche im neuen Kleid

Markt / 11.05.2015 • 22:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Luden zum PROPAK-Branchentreff: v.l. Martin Widermann (GF PROPAK), Georg-Dieter Fischer (Obmann), Eduard Fischer (Offsetdruckerei).  
Luden zum PROPAK-Branchentreff: v.l. Martin Widermann (GF PROPAK), Georg-Dieter Fischer (Obmann), Eduard Fischer (Offsetdruckerei).  

Papierverarbeitende Industrie unter neuer Marke. Ruf nach flexiblen Arbeitszeiten.

Schwarzach. (VN-reh) „Wir produzieren kein Papier“, sagt Georg-Dieter Fischer und begründet damit die Umbenennung des Fachverbandes der Papierverarbeitenden Industrie Österreichs. Nun heißt diese PROPAK, kurz für Produkte aus Papier und Karton. Zuvor habe man die Unternehmen der Branche oft als Papierindustrie bezeichnet. Das ist falsch, denn die Mitglieder des Fachverbands Propak verarbeiten und veredeln Papier und Karton, begründet deren Obmann.

Auch wenn man österreichweit „nur“ 96 Betriebe und 9128 Beschäftigte zähle, sei man weit weg davon, eine Mickeymouse-Branche zu sein. Schließlich wirke die Leistungskraft der Betriebe weit über die Branche hinaus. Ein Euro an Wertschöpfung in der PROPAK bewirke 2,76 Euro an Wertschöpfung in der gesamten österreichischen Wirtschaft. So ist die Branche mit einer Durchschnittsbetriebsgröße von 90 Mitarbeitern zwar klein- und mittelbetrieblich strukturiert, die Wichtigkeit für den Verbraucher ist aber nicht zu unterschätzen. Nicht nur Verpackungen, sondern genauso Papiertaschentücher, Bücher, Etiketten, Büromittel, Spielkarten und sonstige Papierwaren zählen zum Portfolio der industriellen Hersteller.

Der größte Bereich ist dabei der Verpackungssektor mit einem Wertanteil von 47 Prozent. Dieser hat sich besonders in Vorarlberg in den letzten Jahren hervorragend entwickelt. Auch wenn das Umfeld kein einfaches ist. Unternehmen müssen modernste Technologien einsetzen, um dem Kostendruck und den Kundenwünschen gerecht zu werden. Ein Erfolgsfaktor sei neben der hohen Qualität und Innovationskraft die Ausbildung, betont Eduard Fischer als Geschäftsführer der Offsetdruckerei Schwarzach und Vizepräsident der WK Vorarlberg. Deshalb freut man sich in der Branche auch über den neuen berufsbegleitenden Fachhochschul-Studiengang Verpackungstechnologie, der ab Herbst in Wien startet.

Gute Prognose für 2015

Das größte Wachstum der Verpackungsindustrie kommt dabei aus der Lebensmittelbranche. Diese habe viel dazu beigetragen, dass sich der Standort gut entwickeln konnte, ist Fischer überzeugt. Apropos Wachstum: 2015 gehe man trotz hohem Niveau in der gesamten Branche von einem Zuwachs von 1,5 Prozent aus. Das sei in Anbetracht ausgereifter Märkte nicht selbstverständlich. Für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit wünschen sich die Verantwortlichen aber mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit. Die Branche sei hinsichtlich Auftragseingängen sehr volatil, ein Jahresarbeitskonto, um Spitzenzeiten abzudecken, wäre da sehr hilfreich.