Erst die nasse Sophie bringt kühleres Wetter

Vorarlberg / 11.05.2015 • 20:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Warm genug zum Planschen ist es diese Woche. Man sollte sich aber nicht von Schauern überraschen lassen.  Foto: VN/Paulitsch
Warm genug zum Planschen ist es diese Woche. Man sollte sich aber nicht von Schauern überraschen lassen. Foto: VN/Paulitsch

Die Eisheiligen lassen es diese Woche warm werden, bevor es am Freitag abkühlt.

Bregenz. (VN-pes) Dem Volksglauben nach sollen die Eisheiligen jedes Jahr vom 11. bis 15. Mai nochmals für frostige Temperaturen sorgen. Heuer jedoch steht das heilige Quartett für sommerlich-warmes Wetter, zumindest bis die letzte von ihnen, die „nasse Sophie“, am Freitag eine Kaltfront mitbringt.

Der Eisheilige Pankratius bringt uns am heutigen Dienstag, 12. Mai, mit bis zu 27 Grad die wärmsten Temperaturen. Servatius, (Mittwoch, 13. Mai) und Bonifazius (Donnerstag, 14. Mai) sorgen zwar auch für warmes Wetter, es bleibt aber nicht ganz ungetrübt. „Man muss mit Schauern rechnen, abends auch mit Gewittern“, warnt Günter Scheibenreif, Meteorologe der ZAMG Bregenz. Wer also ins Freibad möchte, der sollte in dieser Woche einigermaßen flexibel und spontan sein.

Sophie bringt Kälte

Am Freitag, der der „nassen Sophie“ gewidmet ist, ist es dann erstmal vorbei mit dem Badespaß, es sei denn, man ist hartgesotten. „Es kommt eine Kaltfront“, sagt Scheibenreif voraus. Nur noch etwa 15 Grad warm dürfte es werden. Die nasse Sophie macht ihrem Namen also alle Ehre.

Doch was ist ganz allgemein dran an den Eisheiligen, die jedes Jahr im Mai nochmals eine Kaltfront bringen sollen? Dass die letzten Nachwehen des Winters stets auf die Gedenktage der Heiligen Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia fallen, stimmt jedenfalls nicht. Es ist eine Bauernregel, dass man mit der Aussaat warten soll, bis die Eisheiligen vorbei sind. Erst dann könne man sich sicher sein, dass kein Bodenfrost mehr kommt, der die Saat vernichten kann. Da es im Mai aber oft schon warm ist, spricht man auch spöttisch von den „Schweißheiligen“.

Mai-Kälte nicht unüblich

Auch wenn die Eisheiligen nicht in jedem Jahr Frost mit sich bringen: „Ein Kälte­einbruch im Mai ist nicht unüblich“, weiß der ZAMG-Experte.

Und wie geht es nächste Woche mit dem Wetter weiter? „Das steht noch in den Sternen“, meint Günter Scheibenreif.

Stichwort

Die Eisheiligen.

Die Eisheiligen sind Gestalten der christlichen Mythologie.

» Pankratius etwa starb im Alter von 14 Jahren den Märtyrertod und gilt als Patron der jungen Saat und der Blüten.

» Servatius wird im Volksglauben bei Fußleiden, Frostschäden, Rheumatismus und Rattenplagen angerufen.

» Bei Bonifatius handelt es sich um einen sizilianischen Märtyrer aus dem vierten Jahrhundert.

» Die nasse Sophie – die Märtyrerin Sophia von Rom – gilt als Patronin gegen Spätfröste und ist für das Gedeihen der Früchte verantwortlich.