Grüne und Rote fordern eine Schulmodellregion

Vorarlberg / 11.05.2015 • 20:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner dient den beiden Landesparteien als „Inspirator“.

Bregenz. (VN-hk) Einen Meinungsschwenk will der Vorarlberger Nationalratsabgeordnete Elmar Mayer (62) in diesem Zusammenhang bei der Bundes-ÖVP erkannt haben. „Die Ankündigung von ÖVP-Bundesparteiobmann Reinhold Mitterlehner, einem Schulversuch zur Gemeinsamen Schule in Vorarlberg nicht im Wege zu stehen, kann nur positiv gewertet werden. Schlussendlich scheint sich der von uns beschrittene lange Weg zum Ziel der gemeinsamen Schule gelohnt zu haben“, sieht Mayer die Dinge positiv.

Hand in Hand mit seinem Vorarlberger Parteikollegen in Wien marschiert dabei Michael Ritsch (46). Der SPÖ-Chef im Land hat die aktuelle Stunde der Landtagssitzung am Mittwoch diesem Thema gewidmet. Wann setzt die schwarz-grüne Landesregierung die „Modellregion Gemeinsame Schule Vorarlberg“ endlich um? Diese Frage wird Ritsch dem Landtag stellen. Dabei argumentiert der SPÖ-Klubobmann auch wieder mit der jüngsten Diskussion über den Druck auf Volksschullehrer, den diese im Zusammenhang mit der Gymnasiumsreife ihrer Abgänger aushalten müssen. Auch das Ergebnis des Forschungsprojekts „Schule der Zehn- bis 14-Jährigen in Vorarlberg“ sieht Ritsch als Argument für die Einführung einer gemeinsamen Schule.

Grüne als Partner

Unterstützung erhalten die Sozialdemokraten von den Vorarlberger Grünen. Auch der grüne Bildungssprecher Daniel Zadra (31) bewertet die Aussagen von Vizekanzler Mitterlehner als sehr erfreuliches Signal. In Vorarlberg herrsche ja schon seit längerer Zeit politischer Konsens darüber, dass eine spätere Trennung der Kinder für mehr Chancengerechtigkeit und weniger Druck auf Pädagogen, Eltern und Schüler sorgen würde, meint Zadra.

„In Vorarlberg befinden wir uns auf einem guten, kooperativen Weg. Das Forschungsprojekt mit fast 20.000 Befragten hat zudem Klarheit geschaffen, dass sich mehrheitlich auch Eltern und Lehrer eine Veränderung hin zu einer späteren Trennung wünschen“, fügt Zadra an.

Bund wird benötigt

Anlässlich ihres jüngsten Besuchs in Vorarlberg hatte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (53) gesagt, sie würde eine einheitliche Haltung der Vorarlberger Politik für eine gemeinsame Schule im Bund unterstützen. Eine Schulmodellregion Vorarlberg müsste vom Bund abgesegnet werden.

Wann setzt die Regierung die gemeinsame Schule um?

Michael Ritsch