Herdrochaden in Lustenau, aber der „Geist bleibt frei“

Vorarlberg / 11.05.2015 • 22:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Freigeist“ Jan Lucas Härle zieht einige Straßen weiter ins Meindl. Das Freigeist wird unter neuer Leitung weitergeführt. Foto: VN/Rhomberg
„Freigeist“ Jan Lucas Härle zieht einige Straßen weiter ins Meindl. Das Freigeist wird unter neuer Leitung weitergeführt. Foto: VN/Rhomberg

Nach sieben Jahren „Freigeist“ stehen in Lustenaus Gastroszene Veränderungen an.

Lustenau. (VN-sca) Jan Lucas Härle wirbelte seit 2008 die Vorarlberger Gastronomieszene durcheinander. So einen Koch hat das Land noch nicht erlebt, selbstbewusst, undogmatisch, frech. An den Wänden des Lokals affichierte er Fotos von sich selbst. Das gefiel nicht nur den Stammgästen, die schon im ersten Domizil des „Freigeist“ zahlreich kamen, sondern lockte Feinschmecker aus dem ganzen Land und natürlich der nahen Schweiz an. Richtig los ging der Run, als Härle sein Lokal ins Nachbarhaus verlagerte, in eine ehemalige Garage, und dort seine Vorstellungen eines Restaurants umsetzte: offene Küche, Vintage-Möbel und betont lockerer Service. Dazu eine Küche, die aufs Wesentliche reduziert ist. Damit ist jetzt Ende August Schluss, wie die VN bereits berichteten. Härle sucht neue Ziele: Er will jetzt klassisch österreichisch kochen und hat im Gasthaus Meindl wenige Straßen weiter angeheuert. Das Meindl ist ein Klassiker, das Backhendl ist legendär. Auch Gulasch und Schnitzel genießen einen ebenso guten Ruf.

„Ich bin Vater geworden und will mehr Zeit mit der Familie verbringen“, nennt Härle einen Grund für den Wechsel, aber natürlich ist auch die Speisekarte für den Fleischspezialisten eine Herausforderung. Der „freie Geist“ Härle will sich nicht auf ewig an sein derzeitiges Domizil binden, er läßt los. Das „Freigeist“ bleibt und wird nahtlos weitergeführt. „Es gibt einige Interessenten, mit denen ich derzeit verhandle“, bestätigt Hausbesitzer, Galerist und Künstler David Scheffknecht gegenüber den VN. Der Name wird nicht geändert und die Einrichtung bleibt gleich. Das macht es der erklecklichen Zahl an Stammgästen einfacher, sich auch unter neuer Führung wie zu Hause zu fühlen. Dennoch wird es Ändernungen geben. Scheffknecht: „Wir wollen auch ein bisschen was anderes“, z. B. eine andere Karte mit Alternativen zu den fleischenen Angeboten. Auch das Weinangebot soll ausgebaut werden, „eventuell mache ich dann den Weineinkauf“, verrät der Hausherr. Weiterhin wird es im Haus, in der „Zentralkunstgarage“ Ausstellungen geben, derzeit läuft eine Schau mit dem Titel „Clairle Chic“.

Das Freigeist wird ohne Unterbrechung weitergeführt.

David Scheffknecht