Kim Jong-un testet neue Waffe

Politik / 11.05.2015 • 22:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Koreas Machthaber Kim Jong-un freut sich über alle Maßen. Der U-Boot-basierte Raketentest am Wochenende soll ein Erfolg gewesen sein.  REUTERS
Koreas Machthaber Kim Jong-un freut sich über alle Maßen. Der U-Boot-basierte Raketentest am Wochenende soll ein Erfolg gewesen sein. REUTERS

Erneut Spannung zwischen den beiden Koreas nach U-Boot-Raketentest.

Seoul, Pjöngjang. (VN) Südkorea hat den Test einer nordkoreanischen Rakete von einem U-Boot als Teil einer gefährlichen Entwicklung kritisiert. Der Test am Wochenende sei sehr besorgniserregend, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Kim Min Seok, am Montag in Seoul: „Wir rufen Nordkorea auf, die Entwicklung von U-Boot-gestützten Raketen, die die Sicherheit der koreanischen Halbinsel und in Nordostasien gefährden, sofort zu stoppen.“ Südkoreas Verteidigungsminister warnte Nordkorea vor weiteren Provokationen.

Nordkorea hat staatlichen Medien zufolge erfolgreich eine neuartige ballistische Rakete von einem U-Boot abgefeuert. Machthaber Kim Jong-un habe den Test persönlich verfolgt und von einer „strategischen Waffe von Weltklasse“ gesprochen. Nordkorea könne damit „in jedem Gewässer feindselige Kräfte angreifen und auslöschen“, die die Souveränität des Landes verletzten. Nur kurze Zeit nach dem Test hatte das nordkoreanische Militär erneut Anti-Schiffs-Raketen von kurzer Reichweite ins offene Meer geschossen.

Der erfolgreiche Test einer U-Boot-gestützten Rakete ist aus der Sicht Südkoreas und der USA ein großer Schritt Nordkoreas auf dem Weg zum Ausbau seines Waffenarsenals und insbesondere seiner Raketenschlagkraft. Aufklärungsdienste in Südkorea und den USA hatten mehrmals davor gewarnt, dass Nordkorea U-Boot-Raketen entwickle. Die U-Boote lassen sich schwer ausmachen. Das Raketen- und Atomprogramm des Regimes wird in der Region als große Bedrohung wahrgenommen. Der UNO-Sicherheitsrat untersagt Nordkorea, das von 2006 bis 2013 drei Atomtests unternommen hat, per Resolution den Start von Raketen „unter Verwendung ballistischer Raketentechnik“.

Nordkorea drohte zuletzt mit Militärschlägen gegen südkoreanische Marineschiffe im Gebiet um die strittige Seegrenze im Gelben Meer. Nordkorea warf Südkoreas Militär vor, mit Schnellbooten die Grenze verletzt zu haben. Der südkoreanische Verteidigungsminister hatte die Vorwürfe bestritten.

„Erbarmungslose Vergeltung“

Die mit Südkorea eng verbündeten USA mahnten das Regime in Pjöngjang, Zurückhaltung zu üben, um die Spannungen in der Region nicht weiter anzuheizen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Washington verwies darauf, dass Abschüsse unter Benutzung von Raketentechnologie durch Nordkorea gegen mehrere UNO-Resolutionen verstoßen. Südkorea werde auf Provokationen Nordkoreas mit „erbarmungsloser Vergeltung“ reagieren, sagte Verteidigungsminister Kim Kwan Jin.