Lebenslang für Mord an der kleinen Franziska

Welt / 11.05.2015 • 22:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der 27-Jährige hat bereits zu Beginn des Prozesses seine Schuld am Tod von Franziska gestanden. Foto: EPA
Der 27-Jährige hat bereits zu Beginn des Prozesses seine Schuld am Tod von Franziska gestanden. Foto: EPA

Höchststrafe im Mordfall Franziska in Deutschland. Das Mädchen wurde vergewaltigt und erschlagen.

Ingolstadt. Weil er die zwölfjährige Franziska sexuell missbraucht und mit einem Holzscheit erschlagen hat, ist ein 27-Jähriger vom Schwurgericht Ingolstadt wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Wie von der Staatsanwaltschaft gefordert, stellten die Richter am Montag auch eine besondere Schwere der Schuld fest. Der Mann hat daher keine Chance, nach 15 Jahren aus dem Gefängnis freizukommen.

Keine Regung

Neben der Staatsanwaltschaft hatte sogar der Verteidiger auf Mord plädiert. Der Angeklagte hatte die Tat zu Prozessbeginn gestanden. Er nahm das Urteil ohne sichtbare Regung auf.

Mehrere SMS an Freunde

Der 27-Jährige hatte das Mädchen im Februar 2014 entführt und auf grausame Weise sexuell missbraucht und erschlagen. Der Mord erschütterte die Menschen auch deshalb, weil Franziska vor ihrem stundenlangen Martyrium mehrere Kurznachrichten von ihrem Smartphone an Freundinnen schickte, dass sie verfolgt werde. Den Hilferufen wurde aber nicht nachgegangen. Zusätzlich verurteilte das Schwurgericht den 27-Jährigen wegen besonders schwerer Vergewaltigung, besonders schweren sexuellen Missbrauchs und Freiheitsberaubung mit Todesfolge. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Denn sowohl die Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft und Nebenklage verzichteten auf Rechtsmittel.

Eltern anwesend

Auch die Eltern von Franziska waren zur Urteilsverkündung erschienen. Sie waren zuvor der Verhandlung ferngeblieben und mussten mit Einverständnis der Prozessparteien auch nicht in den Zeugenstand. Vor der Urteilsverkündung überraschte der Verteidiger des Angeklagten mit einem Antrag, die Öffentlichkeit von der Urteilsbegründung auszuschließen. Dem Antrag wurde nicht stattgegeben.