Plastikisolierung auf Kosten der
Gesundheit

Leserbriefe / 11.05.2015 • 19:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Vor dem Hintergrund des Klimaschutzes werden heute hohe Anforderungen an die Isolierung von Gebäuden gestellt. Um diese zu erfüllen, kommt aus Kostengründen oft Styropor zum Einsatz. Die Besonderheit des für den Bau verwendeten Styropors ist das aus Brandschutzgründen beigemengte Flammschutzmittel. Bisher wurde dafür Hexabromcyclododecan (HBCDD) eingesetzt. Dieses ist aufgrund seiner äußerst bedenklichen Eigenschaften mittlerweile auf globaler Ebene verboten. Neben seiner Eigenschaft, sich in Lebewesen anzureichern, ist es unter anderem mit dem Hinweis „Kann Säuglinge über die Muttermilch schädigen“ versehen. HBCDD-haltiges Styropor ist bereits in zahlreichen Gebäuden verbaut! In neuen Styropor-Isolierungen wird es durch einen bromhaltigen polymeren Flammschutz namens PolyFR ersetzt. PolyFR wird zwar von den Herstellern mit günstigeren Eigenschaften beworben, brauchbare Angaben zu den Risiken liegen aber noch nicht vor. Einmal mehr werden wohl erst Langzeiterfahrungen die Risiken dieses Stoffes aufdecken. Sicher ist aber jetzt schon, dass im Brandfall durch das enthaltene Brom hochgiftige Dioxine entstehen. Energieverluste bei Gebäuden gering zu halten, ist zweifelsohne sinnvoll. Dadurch dürfen aber keine neuen Probleme entstehen. Aufgrund einseitiger und kurzsichtiger Betrachtung stehen nun unzählige Plastikhäuser und werden wohl auch noch viele weitere gebaut. Sie geben nicht nur Grund zu gesundheitlichen Bedenken, sondern werden auch eine Herausforderung bei der umweltschonenden Entsorgung darstellen.

Andreas Grabher,

Vorachstraße 33b,

Lustenau