Volks- und Weltmusik-Geheimtipp

Leserservice / 11.05.2015 • 15:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Auf der letzten Womex (World Music Expo) in Santiago de Compostela hat Söndörgö ein aus der ganzen Welt angereistes Fachpublikum zu Begeiterungsstürmen hingerissen. foto: caravan
Auf der letzten Womex (World Music Expo) in Santiago de Compostela hat Söndörgö ein aus der ganzen Welt angereistes Fachpublikum zu Begeiterungsstürmen hingerissen. foto: caravan

Das Tambura-Quintett Söndörgö ist zu Gast im Bregenzer Freudenhaus.

20:30 freudenhaus, platz der wiener symphoniker, bregenz. Im Gegensatz zur Geige, die in der traditionellen ungarischen Volksmusik den Ton angibt, steht bei Söndörgö die mandolinenähnliche Tambura im Mittelpunkt – das Instrument der serbischen und kroatischen Minderheit Ungarns. Als sich das ottomanische Reich nach Serbien ausdehnte, flohen viele Menschen donauaufwärts und gründeten Städte wie das 20 Kilometer nordwestlich von Budapest gelegene Szentendre. Allein im Jahr 1643, als Belgrad in türkische Herrschaft fiel, siedelten 6000 SerbInnen nach Szentendre um. Aus der Türkei kam wohl auch der Impuls zur Entwicklung der Tambura, mit türkischen bzw. persischen Instrumenten wie Baglama oder Saz.

1995 formierten sich Söndörgö und beschlossen, sich durch moderne Ideen, Arrangements und ein panbalkanisch-pannonisches Repertoire von bloßer Lokalfolklore zu emanzipieren, um im selben Aufwischen die kleine, handliche Tambura fulminant zu neuem Leben zu erwecken. Mit Enthusiasmus, großer kultureller Bildung, aber auch einem coolen Image haben sich die fünf jungen Musiker auf der letzten Womex einen herausragenden Platz im Panoptikum der World-Music-Sensationen erspielt.

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