Zu wenig Euros, jedoch auf der Expo

Kultur / 11.05.2015 • 21:34 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das SOV nahm Aufstellung im Foyer des neuen Montforthauses und ist mit der Akustik inzwischen durchaus zufrieden.  Foto: SOV/Mathis.  
Das SOV nahm Aufstellung im Foyer des neuen Montforthauses und ist mit der Akustik inzwischen durchaus zufrieden. Foto: SOV/Mathis.  

Das Symphonieorchester Vorarlberg gibt ein Gastspiel in Mailand und spielt Mozarts „Entführung“.

Feldkirch. (VN-cd) Nach einer langen Ausbildung braucht ein Mitglied des Symphonieorchesters Vorarlberg (SOV) auf jeden Fall noch ein bis zwei Berufe, um seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Die Honorare für Proben und Auftritte betragen zwischen 55 und 120 Euro. Und das, obwohl sie in letzter Zeit um zehn Prozent angehoben wurden. Orchester in Liechtenstein oder in der Schweiz zahlen das Doppelte oder Dreifache. Nachdem die Gagen also kaum motivieren, sind das Programm, die Dirigenten und Solisten wohl ausschlaggebend dafür, dass das SOV immer noch so etwas wie eine Stammbesetzung hat und dass Absolventen des Landeskonservatoriums danach trachten, ins Orchester aufgenommen zu werden. Die besten Kräfte zumindest für eine Zeitlang halten zu können, oder sie immer wieder nach Vorarlberg zu holen, war auch mit ein Grund für die Orchestergründung vor rund 30 Jahren.

Nachdem Eduard Konzett als Präsident des Orchesters über die Jahre mit durchaus kleinen Erfolgen um die Erhöhung der Subventionen kämpfte, steht nun der Jurist Manfred Schnetzer als sein Nachfolger in Verhandlungen mit dem Land. Von einer Erhöhung in Stufen könne nicht die Rede sein, erklärt er im Gespräch mit den VN, er hoffe aber, dem Kulturlandesrat Christian Bernhard die Notwendigkeit klarmachen zu können. Derzeit beträgt die Subvention rund 500.000 Euro, nahezu 800.000 Euro erwirtschaftet man selbst.

Uraufführung und CD

Das Symphonieorchester kann somit auf absolut treue Abonnenten zählen, die in der kommenden Saison den österreichischen Dirigenten Hans Graf kennenlernen werden und unter dem Chefdirigenten Gérard Korsten auch eine Uraufführung des Dornbirner Komponisten Thomas Thurnher zu Gehör bekommen. Dass Korsten selbst große Freude dabei empfindet, seinem Publikum die „Vier letzten Lieder“ von Richard Strauss mit der bekannten Sopranistin Eva Mei anbieten zu können, stand bei der Programmpräsentation außer Frage. Korsten leitet zudem ein Dvorák-Programm mit dem Apollon Musagète Quartett, das in einer CD-Produktion gipfelt. Abgesehen davon, dass man damit einiges an Versäumtem nachholt, zählt das Britten- und Schreker-Programm unter Ola Rudner ebenso zu den Besonderheiten des Angebots wie ein inszeniertes Kinderkonzert mit Lilian Genn und Stefan Dünser sowie der Auftritt von François Leleux als Oboist und Dirigent.

Erfreulich ist die Tatsache, dass nicht nur die Wiener Philharmoniker, die Symphoniker und der Concentus Musicus Österreich auf der Expo in Mailand vertreten, sondern auch die Musiker aus Vorarlberg. Am 26. Oktober erfolgt der Auftritt.

Oper mit dem Landestheater

Schon in den ersten Jahren hat das SOV in Kooperation mit Theaterchef Bruno Felix pro Saison eine Oper realisiert. Die Tradition konnte nach der Installierung eines Landestheaters beibehalten werden. Sigrid Herzog, die zuletzt in Bregenz mit viel Musik die „Bluthochzeit“ von Lorca umsetzte, wird Mozarts „Entführung aus dem Serail“ inszenieren, Ingo Ingensand dirigiert.

Was die Honorare betrifft, sind wir auf einem guten Weg.

Manfred Schnetzer

Symphonieorchester Vorarlberg 2015/2016

Konzert 1

24. Oktober, Montforthaus, 25. Oktober, Festspielhaus

Hans Graf, Dirigent, Till Fellner, Klavier

Franz Schubert: Ouvertüre C-Dur, D 591

Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3 c-moll op. 37

Franz Schubert: Symphonie Nr. 6 C-Dur, D 589

Konzert 2

4. Dezember, Montforthaus Feldkirch, 6. Dezember, Festspielhaus Bregenz

Gérard Korsten, Dirigent, Apollon Musagète Quartett

Antonín Dvorák: Symphonische Variationen op. 78

John Adams: „Absolute Jest“

Antonín Dvorák: Symphonie Nr. 9 e-moll op. 95

Konzert 3

16. Jänner, Montforthaus, 17. Jänner, Festspielhaus

François Leleux, Oboe, Dirigent

Georges Bizet: Symphonie Nr. 1 C-Dur

Johann Nepomuk Hummel: Introduktion, Thema und Variationen für Oboe und Orchester op. 102

Johannes Brahms: Serenade Nr. 1 D-Dur op. 11

Oper

11 Aufführungen im Februar und März

Ingo Ingensand, Dirigent, Sigrid Herzog, Regie

Mozart: „Die Entführung aus dem Serail“

Konzert 4

27. März, Montforthaus, 28. März, Festspielhaus

Gérard Korsten, Dirigent, Eva Mei, Sopran

Thomas Thurnher: „Pour Camille“ Elegie für Orchester

Richard Strauss: Vier letzte Lieder AV150

Edward Elgar: Ouvertüre „In the South (Alassio)” op. 50

Ottorino Respighi: „Pini di Roma“

Konzert 5

30. April, Montforthaus, 1. Mai , Festspielhaus

Ola Rudner, Dirigent, Johannes Hinterholzer, Horn, Allan Clayton, Tenor

Franz Schreker: Kammersinfonie für 23 Soloinstrumente

Benjamin Britten: Serenade für Tenor, Horn und Streichorchester op. 31

Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 4 in B-Dur op. 60