Barças Zaubertrio war zu stark

Sport / 12.05.2015 • 23:21 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Mit seinen beiden Treffern in der ersten Halbzeit zerstörte der Brasilianer Neymar (im Bild mit Nummer elf gegen Bayern-Keeper Manuel Neuer) die Münchner Hoffnungen. Foto: Reuters
Mit seinen beiden Treffern in der ersten Halbzeit zerstörte der Brasilianer Neymar (im Bild mit Nummer elf gegen Bayern-Keeper Manuel Neuer) die Münchner Hoffnungen. Foto: Reuters

Acht Minuten Hoffnung, dann war es vorbei mit dem Bayern-Wunder. CL-Aus trotz 3:2-Rückspielsieg.

München. Adiós Finale, aber raus mit Applaus! Dem tapfer kämpfenden FC Bayern hat nach dem heftigen 0:3 im Hinspiel auch ein 3:2-Heimsieg gegen den FC Barcelona nicht gereicht. Der deutsche Fußball-Meister verpasste den Einzug in das Champions-League-Endspiel in Berlin am 6. Juni. Acht Minuten schnupperte die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola an einem Fußball-Wunder – dann zeigte der Traumsturm des FC Barcelona den Münchnern kurz die Grenzen auf und machte die „Mission Finale“ endgültig unmöglich.

Hoffnung nach Führungstreffer

Nach einem Turbo-Start mit dem Führungstor von Medhi Benatia bebte die ausverkaufte Allianz Arena. Plötzlich gab’s Hoffnung, doch zwei Treffer von Neymar in Koproduktion mit seinen Offensivkollegen Lionel Messi und Luis Suárez sorgten noch vor der Pause für Ernüchterung. Dennoch gaben die Münchner nie auf und verabschiedeten sich durch die Tore von Robert Lewandowski und Thomas Müller mehr als ehrenhaft.

Letztlich scheiterte Guardiola in seinem zweiten Jahr in München mit dem deutschen Rekordmeister aber wieder im Halbfinale an einem Klub aus Spanien; im Vorjahr war es Real Madrid gewesen. Guardiola hatte gegen seinen Ex-Verein auf ein neuerliches Dreier-Abwehrkettenexperiment verzichtet und diesmal von Beginn an Rafinha, Benatia, Jerome Boateng und Juan Bernat eine Reihe bilden lassen. Angreifer Mario Götze ließ Guardiola 87 Minuten auf der Bank schmoren, zumindest einen perfekten Start für die Aufholjagd legten die Bayern dennoch hin. Einmal mehr auch dank Torwart Manuel Neuer, der einen Versuch von Ivan Rakitic nach gut vier Minuten zur Ecke lenkte. Die Katalanen ihrerseits kassierten den ersten Treffer seit über zehn Stunden, Benatias zweites Tor im Bayern-Dress war genau das, was die Münchner brauchten. Alles schien für einige Momente wie beim 6:1 im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Porto.

Wundersturm schlug zu

Nur dass Barcelona Messi, Suárez und Neymar hat. Messi, der im Hinspiel am vergangenen Mittwoch die ersten beiden Tore selbst und das dritte durch Neymar aufgelegt hatte, schickte nur acht Minuten nach der Bayern-Führung Suárez steil. Der vermeintliche Vollstrecker hatte sich im Rücken von Torschütze Benatia gelöst und legte den Ball quer auf Neymar.

Das Wundertrio hatte das erhoffte Bayern-Wunder mit einem Bilderbuch-Spielzug frühzeitig zerstört. Dass Guardiola seine Abwehr auch nach der Führung weit aufrücken ließ, war riskant und wirkte naiv: Beim zweiten Tor verlängerte Messi mit einem gewonnenen Kopfballduell gegen Schweinsteiger auf Suárez. Der starke Uruguayer bediente wie beim 1:0 mustergültig seinen brasilianischen Angriffspartner Neymar. Nun hätten die Bayern 6:2 gewinnen müssen und so wurden die restlichen 60 Minuten der Partie zu einer Frage der Ehre für die Bayern.

Bayerns Maskenmann Robert Lewandowski gegen Gerard Pique. Foto: epa
Bayerns Maskenmann Robert Lewandowski gegen Gerard Pique. Foto: epa

Fußball

UEFA Champions League

Halbfinale, Rückspiele

FC Bayern München – FC Barcelona 3:2 (1:2)

Allianz Arena, 70.000 Zuschauer (ausverkauft), SR Marc Clattenburg (Eng)

Torfolge: 7. 1:0 Benatia, 15. 1:1 Neymar, 29. 1:2 1:2 Neymar, 59. 2:2 Lewandowski, 74. 3:2 Müller

Gelbe Karten: Thiago Alcántara, Rafinha, Lewandowski bzw. Rakitic

FC Bayern München: Neuer; Rafinha, Benatia, Boateng, Bernat; Lahm (68. Rode), Schweinsteiger (87. Martínez), Alonso, Thiago Alcantara; Müller (87. Götze), Lewandowski

FC Barcelona: Ter Stegen; Dani Alves, Pique, Mascherano, Alba; Rakitic (72. Mathieu), Busquets, Iniesta (75. Xavi Hernández); Messi, Suárez (46. Pedro Rodriguez), Neymar

Beim FC Bayern fehlte David Alaba verletzungsbedingt.

Hinspiel: 0:3 – Barcelona mit dem Gesamtskore von 5:3 im Endspiel.

Real Madrid – Juventus Turin heute

Estadio Santiago Bernabéu, 20.45 Uhr, SR Jonas Eriksson (Swe)

Hinspiel: 1:2

Finale

FC Barcelona – Real Madrid/Juventus Turin 6. Juni

Berlin, Olympiastadion, 20.45 Uhr

UEFA Champions League im TV, heute

SF2, live ab 20 Uhr: Real Madrid – Juventus Turin

Sky Sport, live ab 20.15 Uhr: Real Madrid – Juventus Turin

Puls 4, live ab 20.15 Uhr: Real Madrid – Juventus Turin