Da hat jemand Größeres vor

Kultur / 12.05.2015 • 21:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Höchste Konzentration war von Kapellmeister Markus Summer und den Musikanten gefordert. Foto: VN
Höchste Konzentration war von Kapellmeister Markus Summer und den Musikanten gefordert. Foto: VN

Darf es öfter mal etwas anderes sein? Warum nicht auch einmal Blasmusik!

Götzis. (VN) Blasmusik, das sind natürlich auch Marsch und Polka, aber nicht nur. Was heute eine Blasmusikkapelle sein will, das lässt sich auf ein umfangreiches Arbeits- und Leistungspaket ein. Das Frühjahrskonzert der Gemeindemusik Götzis in der Kulturbühne AMBACH war da nur ein Beispiel für eine derartige Kapelle, die den Spagat zwischen Tradition und Gegenwart schafft und dabei auch noch die Balance hält. Das fängt an bei der Jugendarbeit. Jugendkapellen gibt es und es ist auch wichtig für einen Verein, sich in der Jugendarbeit zu engagieren. In der Kummenbergregion schlägt man hier aber nochmals einen anderen Weg ein und sucht den Kontakt zueinander. So sind die „Umma Kumma Blöser“ ein richtiges kleines Blasorchester, das sich aus Mädchen und Jungen der Blasmusikvereine von Mäder, Koblach und eben auch Götzis zusammensetzt.

Ein gutes Konzept, das hält, was es verspricht. Denn eine größere Besetzung macht eben auch ganz andere Literatur möglich. So gehörte auch der Jugend die abwechslungsreiche Eröffnung des Konzerts mit Paraden und Filmmusik. Kompliment!

Jugendarbeit, die sich lohnt

Dass sich Jugendarbeit lohnt, das ließ sich dann auch an der musikalischen Qualität des folgenden Konzertprogramms ablesen. Im Zentrum stand sicher Johan de Meij’s „Lord of the Rings“-Sinfonie. Geschlagene 40 Minuten höchste Konzentration waren hier gefordert, sowohl von Kapellmeister Markus Summer, der heuer in dieser Funktion sein erstes Frühjahrskonzert mit der Gemeindemusik gestaltete, als auch von den Musikanten. Es scheint, als ob Summer noch Größeres vor hätte, kam das Gehörte doch der Charakteristik eines symphonischen Blasorchesters unglaublich nahe.

Kein Wunder, finden sich in den Reihen der Musikanten doch Talente wie zum Beispiel Lukas Simma, der, derzeit noch Student am Vorarlberger Landeskonservatorium, mit seinem Saxophonquartett „Multiphonix“ bereits im In- und Ausland aktiv war, und dessen Name bei diversen Wettbewerben stets unter den Preisträgern zu finden war. Eine weitere Facette der modernen Blasmusik zeigte zum Beispiel auch der Gastauftritt der Vorarlberger Sängerin Claudia Roithner, die die Blasmusikkapelle mit dem James-Bond-Titelsong „The World is not enough“ oder dem Prince-Hit „Purple Rain“ auf fremdes Terrain führte.

War es auch der Radetzkymarsch, der den Konzertabend nach zwei Zugaben und reichlich Applaus beschloss, so bleibt eines definitiv in Erinnerung: Blasmusik, das ist natürlich auch das Traditionelle, aber Blasmusik kann mehr, und das kann sie sogar sehr gut.