Der Rekordmeister muss nachsitzen

Sport / 12.05.2015 • 23:06 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Lukas Frühstück (Bild) und Co. scheiterten in zahlreichen Eins-zu-eins-Duellen an West-Wien-Goalie Sandro Uvodic. Foto: gepa
Lukas Frühstück (Bild) und Co. scheiterten in zahlreichen Eins-zu-eins-Duellen an West-Wien-Goalie Sandro Uvodic. Foto: gepa

Bregenz verliert zweites Halbfinale bei West Wien 23:28. Entscheidungsspiel am Sonntag.

Maria Enzersdorf. Vorarlbergs Handballfans müssen sich bei der Vorfreude auf ein mögliches zweites Ländle-Titelduell in der Geschichte in der Handball-Liga Austria vorerst noch gedulden. Nachdem Titelverteidiger Alpla HC Hard mit dem 28:25/h und 27:26/a gegen die Fivers Margareten vorlegte, hat HLA-Rekord-Champion Bregenz (9 Titel) den ersten Matchball vergeben. Drei Tage nach dem hart umkämpften 35:34-Erfolg nach Verlängerung im Heimspiel mussten die Festspielstädter im BSFZ Südstadt in Maria Enzersdorf mit dem 23:28 einem Rückschlag hinnehmen. Das alles entscheidende Duell um den Finaleinzug steigt nun am Sonntag (18.45 Uhr) in der Handball­arena Rieden-Vorkloster.

Vor dem zweiten Duell in der im Modus „Best of three“ ausgetragenen Halbfinalserie hatte Bregenz-Coach Robert Hedin noch zuversichtlich erklärt, dass sein Team den Finaleinzug heute fixieren werde. In der ersten Halbzeit nahmen sich seine Spieler die Worte noch zu Herzen. In einem Vergleich auf Augenhöhe hatten die Bregenzer ein optisches Übergewicht und lagen nach 13 Minuten programmgemäß mit 6:4 vorne. Doch dann schlichen sich zusehends Fehler in der Deckung ein und im Angriff wurde unnötig hektisch der Abschluss gesucht. Statt geduldig auf die finale Chance zu warten, wurden zahlreiche Möglichkeiten sträflich vergeben und West Wien übernahm das Kommando. Am Ende wurden beim Stand von 14:14 die Seiten gewechselt.

Kollektives Blackout

Zu Beginn des zweiten Durchgangs lief Bregenz dann ins offene Messer. Nach einem kollektiven Blackout und lediglich zwei Toren lag man mit 16:21 im Hintertreffen. West Wien profitierte in dieser Phase von zahlreichen technischen Fehlern und Fehlwürfen der unerklärlich lethargisch agierenden Hedin-Truppe. Die Körpersprache der Bregenzer zeigte an, dass man sich vorzeitig geschlagen gab und in Gedanken bereits beim dritten Duell am Sonntag befand. Am Ende stand ein auch in dieser Höhe mehr als verdienter 28:23-Heimsieg von West Wien zu Buche und die Erkenntnis, dass Bregenz sich noch ordentlich strecken muss, soll es ab 23. Mai zu einem Vorarlberger Titelduell kommen. Entsprechend enttäuscht äußerte sich Bregenz-Trainer Robert Hedin nach Spielende: „In der zweiten Halbzeit haben wir leider alle Tugenden, die uns normalerweise auszeichnen, in der Kabine gelassen. Wir haben jegliche Disziplin im Angriff verloren und auch in der Deckung haben wir uns praktisch ohne große Gegenwehr viel zu schnell geschlagen gegeben.“ Auch Kapitän Lucas Mayer, mit sieben Treffern erfolgreichster Werfer und bester Spieler seines Teams, sparte nicht mit Selbstkritik: „Wir nach der Pause total den Faden verloren haben. Ursache dafür war, dass wir uns in Einzelaktionen verzettelt haben. Zudem hat ihr Goalie einen perfekten Tag erwischt und uns den Zahn gezogen. Doch wir haben den Finaleinzug noch nicht abgeschrieben. Das dritte Spiel fängt bei 0:0 an und wir haben einiges Gutzumachen.“

Das dritte Spiel fängt wieder bei 0:0 an und wir haben defi­nitiv einiges gutzumachen.

Lucas Mayer

Handball-Liga Austria der Männer 2014/15 Internet: www.sis-handball.at

» Halbfinale2 (Best of three), 2. Spiel

SG HB West Wien – Bregenz HB 28:23 (14:14)

BSFZ Südstadt, SR Hiebl/Kocic

Zweiminutenstrafen: 3 bzw. 3

Torfolge: 9. 2:2, 13. 4:6, 17. 7:6, 23. 10:9, 27. 13:12, 32. 15:15, 36. 19:15, 39. 21:16, 45. 24:18, 52. 25:19, 58. 27:20

SG HB West Wien: Uvodic (1), Kaiper; Hermann (7/1), Simon Pratschner, Führer (1), Miljak (5), Posch (5), Wagesreiter (2), Frimmel (7), Schiffleitner, Sahin, Jelinek, Julian Partschner, Schuster

Bregenz HB: Bozic, Suppanschitz; Mayer (7), Frühstück (2), Babarskas, Gavranovic (2), Rauch, Klopcic, Watzl (1), Bammer (2), Esegovic (2/2), Gangl (1), Wassel (2), Warvne (4)

1. Spiel

Bregenz HB – SG HB West Wien 35:34 n. V. (32:30, 29:29, 12:15)

Handballarena Rieden, SR Staudinger/Staudinger

Zweiminutenstrafen: 6 bzw. 3

Bregenz HB: Bozic, Suppanschitz; Mayer (7), Frühstück (4), Babarskas (2), Gavranovic (4), Rauch, Klopcic (4), Watzl, Bammer (2), Esegovic (8/8), Gangl, Wassel (1), Warvne (3)

SG HB West Wien: Uvodic, Kaiper; Hermann (10), Machinek (1), Pratschner, Führer (5), Strazdas, Miljak (7), Posch (6), Wagesreiter (2), Frimmel (3/1), Sahin, Jelinek, Schuster

3. Spiel

Bregenz HB – SG HB West Wien Sonntag, 17. 5., 18.45 Uhr

» Halbfinale 1 (Best of three), 2. Spiel

HC Fivers WAT Margareten – Alpla HC Hard 26:27 (15:13)

Endstand in der Serie: 2:0 für Hard

Hollgasse, SR Brkic/Jusufhodzic

Zweiminutenstrafen: 5 bzw. 3; Rote Karten: 60. Kolar (Margareten) bzw. Kozina (Hard)

HC Fivers WAT Margareten: Sergiy Bilyk, Pilipovic; Nikolic, Bezucha, Seidl, Nikola Bilyk (5),
Ziura (9/4), Eitutis (2), Jonas (2), Wagner (2), Kolar (5), Aljetic, Fuger (1), Brandfellner

Alpla HC Hard: Doknic, Stockbauer; Kozina (3), Raschle, Zivkovic, Wüstner, Tanaskovic (3), Schlinger (2), Knauth (1), Krsmancic (7), Dicker, Herburger, Weber (5), Zeiner (6/4)

1. Spiel

Alpla HC Hard – HC Fivers WAT Margareten 28:25 (16:11)

Sporthalle am See, SR Lajko/Seidler

Zweiminutenstrafen: 4 bzw. 2

Alpla HC Hard: Doknic, Stockbauer; Kozina (5), Raschle (2), Zivkovic, Wüstner, Tanaskovic, Schlinger (3), Knauth (2), Krsmancic (4), Dicker, Herburger, Weber (5), Zeiner (7/6)

HC Fivers WAT Margareten: Sergiy Bilyk, Pilipovic; Nikolic (3), Bezucha, Müller, Nikola Bilyk (6/1), Ziura (4), Eitutis (1), Jonas (3), Wagner (1), Kolar (2), Aljetic (1), Fuger (1), Brandfellner (3)

» Finale (Best of three)

Alpla HC Hard – Sieger Bregenz/West Wien Samstag, 23. 5., 20.20 Uhr

Sieger Bregenz/West Wien – Alpla HC Hard Dienstag, 26. 5., 20.20 Uhr

Alpla HC Hard – Sieger Bregenz/West Wien* Samstag, 30. 5., 20.20 Uhr

Im Finale hat der Alpla HC Hard als besser klassierte Mannschaft im Play-off Heimvorteil im ersten und möglichen dritten Spiel.

Erklärung: * falls nötig