Ein Gewässer besonderer Güte

Vorarlberg / 12.05.2015 • 20:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nicht nur Eva findet den Bodensee wunderbar.  Foto: VN/Paulitsch
Nicht nur Eva findet den Bodensee wunderbar. Foto: VN/Paulitsch

Auch der Bodensee muss sich dem Klimawandel stellen. Noch tut er das problemlos.

Bregenz. (VN-hk) Der Bodensee ist in einem guten Zustand. Das durften die Experten der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) anlässlich einer Tagung in Bregenz unisono feststellen. Sie erörterten dabei die Bilanz eines vor fünf Jahren in Auftrag gegebenen Forschungsprojekts, das die möglichen Folgen eines rasch voranschreitenden Klimawandels für den See untersucht.

Wachsam bleiben

Doch die gute Botschaft bleibt nicht ohne ein Aber: „Wir dürfen diesen Zustand des Sees nicht aufs Spiel setzen. Er ist auch das Produkt der Reinhaltemaßnahmen in den letzten Jahren. Wir wissen nicht genau, welchen Einfluss die Effekte des Klimawandels auf den Bodensee haben werden. Sie können ausgleichend wirken, aber auch bestimmte Entwicklungen verstärken“, meint Martin Grambow vom bayrischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Der spürbarste Beleg des Klimawandels: Die Temperatur des Sees ist in den letzten 50 Jahren um ein Grad gestiegen. „Wir rechnen damit, dass es in den kommenden 50 bis 80 Jahren noch einmal zwei oder drei Grad nach oben geht“, fügt Grambow an.

Was passiert, wenn der See wärmer wird? Dann nimmt der Sauerstoffaustausch ab. Die Abkühlung im Winter reicht nicht mehr aus, um einen vollständigen Austausch des sauerstoffreichen Wassers an der Oberfläche mit dem sauerstoffarmen Wasser in den großen Tiefen zu ermöglichen.

Die Reinhaltemaßnahmen haben dafür gesorgt, dass sich der Nährstoffgehalt weitgehend den natürlichen Verhältnissen angenähert hat, was das Wachstum von Tieren und Pflanzen begrenzt.

Wichtiger Alpenrhein

Wäre der See nicht so rein, würde der Abbau von Mikroorganismen am Seegrund viel Sauerstoff verbrauchen und daher den Bedarf danach erhöhen. Ein wichtiger Sauerstofflieferant für den See ist der Alpenrhein. Er transportiert sauerstoffreiches Wasser zum Teil bis in die tieferen Regionen.

Kein Phosphat in den See

Keine guten Nachrichten gibt es für die Fischer. „Die Situation für sie wird wahrscheinlich nicht besser“, glaubt Martin Grambow. Der Grund: Das phosphatarme Wasser ist für die Fische nicht ideal. Phosphat in den See zu geben, wie von Fischern auch schon vorgeschlagen, halten die Experten für keine sehr gute Idee. Das würde den Zustand des Seebodens wesentlich verschlechtern. Zudem würde es sehr viel Phosphat brauchen, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Ein Auge wird am Institut für Seenforschung in Langenargen auch auf sogenannte Einwanderer im See geworfen. Das sind Lebewesen, die von fremden Regionen irgendwie in den Bodensee gelangten und womöglich ökologische Veränderungen herbeiführen könnten.

Keine Sorgen bereitet den Experten die Trinkwasserversorgung aus dem Bodensee. Das Trinkwasser ist von ausgezeichneter Qualität und nicht in Gefahr.