Eine herrlich schräge Komödie

Kultur / 12.05.2015 • 18:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In „Pitch Perfect 2“ nabeln sich einige der Schönheiten von ihrer College-A-capella-Band ab.  Foto: Warner Bros.
In „Pitch Perfect 2“ nabeln sich einige der Schönheiten von ihrer College-A-capella-Band ab. Foto: Warner Bros.

In der Komödie „Pitch Perfect  2“ werden die lustigen „Barden Bellas“ flügge. 

Komödie. Wenn ein College-Girl den Künstlernamen Fat Amy wählt, zeugt das von einem gewaltigen Selbstbewusstsein und einer gehörigen Portion Selbstironie. Für eben diese Fat Amy (Rebel Wilson) dürfte das zutreffen. Wie schon in dem unerwartet erfolgreichen ersten Teil aus dem Jahr 2012 ist sich die übergewichtige Sängerin der A-Cappella-Band „Barden Bellas“ auch in der Fortsetzung für nichts zu schade.

„Unten ohne“

Dass ausgerechnet sie es ist, die sich bei einem Auftritt zu Ehren des US-Präsidenten Barack Obama an einem Seil von der Decke herunterkatapultieren lässt, ist da schon eine Steigerung. Dass ihr dabei die Leggings reißen und sie komplett „unten ohne“ über der Bühne baumelt, setzt dem aber durchaus noch eine Krone auf. Vor allem aber garantiert dies der trashigen Musikkomödie unter der Regie von Elizabeth Banks den ersten hysterisch-amüsierten Aufschrei im Publikum, dem noch so manch einer folgen soll. Mit diesem Eklat haben sich die „Barden Bellas“ allerdings von den College-Meisterschaften disqualifiziert. Um ihre Ehre wiederherzustellen und auch um einen möglicherweise letzten Triumph als Bellas zu sichern – schließlich stehen sie am Ende ihrer College-Karriere – bleibt ihnen nur noch die Weltmeisterschaft in Kopenhagen.

Bei all dem wird fast zur Nebensache, dass der fast zweistündige Film nahezu ohne nennenswerte Geschichte auskommt und die ein oder andere Ungereimtheit aufwirft. Die ehrgeizige Beca (Anna Kendrick) hadert zwar plötzlich mit den Bellas und versucht, ihre Karriere mit einem Praktikum bei einem Musikproduzenten anzukurbeln. Ansonsten gibt es aber noch den Neuzugang Emily (Steinfeld), und Fat Amy, die überzeugte Single-Frau, wird plötzlich zur Romantikerin – und auch sonst scheinen die Bellas langsam erwachsen zu werden.

Doch im Grunde dominiert das Bizarre und absolut Aufgesetzte. Diese groteske Komödie lebt von absurden Wettstreits, irrwitzigem Vorsingen und missglückten Auftritten und entsprechend vielen Musikeinlagen. Dabei erschließt sich den Zuschauern zwar nicht, warum die meisten A-cappella-Songs mal mit schweren, mal mit leichteren Beats unterlegt sind. Aber es dient natürlich dem Tempo des Films. Denn die nächste Peinlichkeit oder der nächste Gag folgen bestimmt.

Schräge Gags und Klischees

Dafür sorgt auch das von Elizabeth Banks und John Michael Higgins dargestellte Kommentatoren-Gespann.

Das ist so glattgebügelt, amerikanisch-absurd und über jedwede politische Korrektheit erhaben, dass man sich manchmal kaum in einer Hollywood-Produktion wähnt. Nach dem Erfolg des ersten Teils ist „Pitch Perfect 2“ also die logische und konsequente Fortsetzung, mit vielen schrägen Gags, Klischees und bissigen Anspielungen.

Filmdetails

» Regie: Elizabeth Banks
» Hauptdarsteller: Anna Kendrick, Elizabeth Banks, Brittany Snow, Rebel Wilson

» läuft ab 13. Mai im Kino