Heimo Kofler

Kommentar

Heimo Kofler

Eine Pleite für die Liga

Sport / 12.05.2015 • 23:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es ist wieder passiert. Österreichs Eishockey-Nationalteam wird das Liftfahrer-Dasein nicht los. So bitter wie diesmal war der Abstieg bei einer Weltmeisterschaft der A-Kategorie aber noch nie. Fünf Punkte hat man in Prag ergattert, erfrischenden Sport geboten, Siege in den Duellen mit der Schweiz und Deutschland machten die Mannschaft von Dan Ratushny zur Nummer eins unter den deutschsprachigen Kontrahenten. Das sowohl im Kader als auch im Betreuerstab stark verjüngte Nationalteam zeigte Perspektiven.

Der Abstieg trübt den guten Eindruck allerdings beträchtlich. Der Gang in die Zweitklassigkeit ist weniger eine Niederlage für die Nationalmannschaft, als für die heimische Erste Bank Liga. Die nationale Meisterschaft rühmt sich mit attraktivem Sport und gutem Fanzuspruch. Für das Nationalteam ist die EBEL aber mit dem Konstrukt der Punkteregelung, die eine Legionärsflut zulässt, Gift. Das Korsett der WM-Abordnung in Tschechien bestand aus Spielern, die bei ihren Klubs kaum oder wenig Erfahrung im Über- und Unterzahlspiel sammeln dürfen, zum Teil nicht einmal Stammspieler sind. Für die EBEL selbst ist der Abstieg schmerzlich. Die WM der 1. Division findet Mitte April statt, da müssen in der kommenden Meisterschaft wieder englische Wochen eingeschoben werden. Wenn die Funktionärsköpfe bei der Spielplanerstellung demnächst zu rauchen beginnen, sollten sie die Legionärsinflation mit auf die Tagesordnung nehmen. Sonst wird auch noch die anstehende Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea vergeigt.

heimo.kofler@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-218