Erfreulicher Trend hält an: Pleiten rückläufig

Markt / 12.05.2015 • 21:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für Firmen und Gerichte erfreulich: Derzeit landen weniger Akten insolventer Firmen bei der Justiz.  Symbolbild: VN/Hofmeister
Für Firmen und Gerichte erfreulich: Derzeit landen weniger Akten insolventer Firmen bei der Justiz. Symbolbild: VN/Hofmeister

Schon im März meldete der KSV 1870 weniger Pleiten im Land. Trend wird nun von Credit­reform bestätigt.

Schwarzach, Wien. (VN-sca) Die Konjunkturaussichten sind nicht wirklich besser geworden, im Gegenteil: Während sich in ganz Europa eine Konjunkturerholung ankündigt, fällt Österreich in den Prognosen weiter zurück. Ganz im Gegensatz dazu melden die Kreditschützer erfreuliche Zahlen: Im März berichtete der Kreditschutzverband 1870 (KSV 1870) einen Rückgang von 22 Prozent bei Firmeninsolvenzen. Nun bestätigt Gerhard M. Weinhofer, Geschäftsführer des Gläubigerschutzverbandes Creditreform, den Trend. Mehr noch: Die Insolvenzen gehen weiter zurück. Gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahrs beträgt der Rückgang bei Firmenpleiten 28,6 Prozent. 40 Unternehmen mussten heuer Insolvenz anmelden, im ersten Quartal 2014 waren es 56.

Die positive Entwicklung ist in ganz Österreich festzustellen: Die Unternehmensinsolvenzen sind um ca. elf Prozent auf 1338 Verfahren zurückgegangen. Die Anzahl an eröffneten Verfahren ist dabei um sieben Prozent auf 801 Unternehmen gesunken. Vor allem Kleinst- und Kleinunternehmen scheitern. Die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer (2800) und Gläubiger (15.000) als auch die Höhe der Verbindlichkeiten (300 Mill. Euro) gehen zurück. Zu den Hauptursachen sagt Gerhard Weinhofer: „Managementfehler sind hauptverantwortlich für Insolvenzen: das Nicht-Erkennen einer Krise, fehlendes Risikomanagement, Unflexibilität im Wettbewerb. Vor allem Kleinunternehmen scheitern oft am Einmaleins des Unternehmertums, der Buchhaltung und dem Rechnungswesen.“

Der Blick auf die Bundesländer zeigt ein starkes West-Ostgefälle: Je weiter man in den Westen kommt, desto stärker sind die Insolvenzen rückläufig. In Tirol (- 31,2 Prozent), Vorarlberg (- 28,6) und in Salzburg (- 22,4) sind die Insolvenzen am stärksten zurückgegangen. Die geringsten Rückgänge haben Niederösterreich (- 1,7), Kärnten (- 2,6) und das Burgenland (- 4,4) zu verzeichnen. Die höchste relative Insolvenzbetroffenheit gab es in Wien mit fast fünf Insolvenzen pro 1000 Unternehmen.

Gegen den Trend

Gegen den Bundestrend sind in Vorarlberg auch die Privatinsolvenzen gesunken. Während bundesweit heuer in den ersten drei Monaten die privaten Insolvenzen um 0,7 Prozent auf 2441 Verfahren gestiegen sind, waren sie bei uns rückläufig (- 5,9). In Zahlen: 144 Mal meldeten Private Konkurs an.

Insolvenzen 1. Quartal

Firmeninsolvenzen

» 1. Quartal 2015: 40 (2014: 56)

» Veränderung: – 28,6 %

» Nach Bezirken

Bludenz: 5 (2014: 3)  + 66,7 %

Bregenz: 16 (2014: 17) – 5,9 %

Dornbirn: 10 (2014:23)  – 56,5 %

Feldkirch: 9 (2014: 13) – 30,8 %

 

Privatinsolvenzen

» 1. Quartal 2015: 144 (2014: 153)  – 5,9 %