Geschichte zum Greifen nah

Kultur / 12.05.2015 • 21:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Im Wasser und auf der Chinesischen Mauer: Terrakotta-Armee auf der Bregenzer Seebühne. Fotos: VN/Steurer, BF/Forster
Im Wasser und auf der Chinesischen Mauer: Terrakotta-Armee auf der Bregenzer Seebühne. Fotos: VN/Steurer, BF/Forster

Die Terrakotta-Armee aus China nimmt nicht nur auf der Seebühne Aufstellung.

Bregenz, Dornbirn. (VN) Eine Ausstellung macht die Geschichte der tönernen Krieger erfahrbar. Im Grunde genommen war es ein Zufall, der viel Aufschlussreiches zutage förderte. In den 1970er-Jahren stießen chinesische Arbeiter bei der Bohrung nach einem Brunnen auf hartes Material. Es war jene Grabanlage, die rund 200 Jahre vor Christus für Kaiser Qín Shihuángdì errichtet wurde. Rund 7000 Tonsoldaten sollten dem Machthaber ins Jenseits folgen und ihm dort zu Diensten sein. Nachbildungen, die diesen Figuren entsprechen, sowie ein Teil der Chinesischen Mauer bilden das Podium, das Marco Arturo Marelli für seine Inszenierung der in China spielenden Puccini-Oper „Turandot“ auf der Bregenzer Seebühne entwarf. Es ist wiederum ein aufschlussreicher Zufall, dass nur einige Wochen vor der Premiere in Dornbirn eine Ausstellung eröffnet wird, in der Form und Geschichte dieser Terrakotta-Armee erläutert werden.

Die Vorgeschichte ist eine grausame. Einige Zeit vor Qín Shihuángdì hatten Soldaten und Beamte ihrem Herrscher in den Tod zu folgen, die tönernen Krieger ersetzten somit die Untertanen. Die Entscheidung für Ton war allerdings nicht menschlich motiviert, sondern pragmatisch. Mit den Arbeitern der Grabanlage hatte man kein Mitleid, laut Forschungen mussten sie alle sterben. Ursprünglich waren die Figuren, neben denen auch Pferde, Wagen und Waffen ausgegraben wurden, bunt bemalt.

Leuchtende Krieger

In der „Turandot“-Kulisse wird man jene gut zwei Meter hohen Kunststoffnachbildungen, die auf der Bühne aufgestellt sind, zum Leuchten bringen. Die Figuren, die sich halb oder ganz unter Wasser befinden, bestehen aus Beton.

Die Ausstellung ist vom 22. Mai bis 13. September am Messeareal in Dornbirn zu sehen.