Stand Montafon hat neuen Chef

Vorarlberg / 12.05.2015 • 20:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Herbert Bitschnau: „Ich möchte das Zusammenspiel aller politisch Verantwortlichen im Tal weiter ausbauen.“
Herbert Bitschnau: „Ich möchte das Zusammenspiel aller politisch Verantwortlichen im Tal weiter ausbauen.“

Frischer Wind beim Stand Montafon: Herbert Bitschnau (54) neuer Repräsentant.

Schruns. „Um miteinander Pläne schmieden zu können, muss in grundsätzlichen Fragen Einigkeit bestehen.“ So lautet das Motto von Herbert Bitschnau (54), der am Dienstag bei der konstituierenden Sitzung des neuen Montafoner Standesausschusses in Schruns zum Nachfolger von Rudi Lerch als Standesrepräsentant gewählt wurde. Was Personalfragen beim Stand anbelangt, so demonstrierten die zehn Gemeindechefs gleich zu Beginn der neuen Periode Einigkeit: So wie Bitschnau wurde auch der Gaschurner Bürgermeister Martin Netzer (45) einstimmig zum stellvertretenden Repräsentanten gewählt.

„Konsensorientierter Politiker“

Bitschnau fungiert übrigens zugleich auch als neuer Repräsentant des Stand Montafon Forstfonds, zu dem außer Stallehr und Lorüns alle übrigen Talschaftsgemeinden gezählt werden. Bitschnau wurde vor zehn Jahren zum Bürgermeister von Tschagguns gewählt und war seither im Stand mit Sitz und Stimme vertreten. Darüber hinaus hatte der Vater von vier Kindern in den vergangenen fünf Jahren die Funktion des Obmanns des Abwasserverbands Montafon inne und ist seit März 2013 Aufsichtsratschef des Montafon Tourismus. Bitschnau gilt über das Montafon hinaus als konsens­orientierter Kommunalpolitiker mit Durchsetzungsvermögen.

Kassasturz und Klausur

Neben einem Kassasturz will Bitschnau im Rahmen einer Klausur mit allen zehn Bürgermeistern fixe Ziele für die nächsten Jahre definieren. „Wir müssen über die Bücher gehen und sowohl den politischen Stand Montafon als auch den Forstfonds durchleuchten. Dabei sollen nicht mehr zeitgemäße Dinge hinterfragt und Bereiche auf mögliches Sparpotenzial geprüft werden.“ Auch das Projekt Mobilität im Montafon liegt dem gelernten Einzelhandelskaufmann und neuen Standesrepräsentanten am Herzen.

Schruns zurück ins Boot holen

Dazu zählen freilich auch auf dem Tisch liegende Pläne für eine Verlängerung der Montafonerbahn. Im Rathaus von Schruns hatte die vorgesehene Trassenführung abseits des Ortskerns von Schruns für Kritik gesorgt. Bitschnau will jetzt die Schrunser mit neuen Vorschlägen und Gesprächen wieder zurück ins Boot holen und setzt ganz generell darauf, dass alle an einem Strang ziehen. „Eine Bahnverlängerung wird es nur mit Schruns geben.“ Grundsätzlich freue er sich über den Neustart im Standesausschuss, betonte Bitschnau nach seiner Wahl. „Mit meinen Bürgermeisterkollegen werde ich versuchen, als Einheit Visionen und Ideen für eine lebenswerte Zukunft des Montafons umzusetzen.“

Eine Bahnverlängerung wird ohne Schruns nicht machbar sein.

Herbert Bitschnau

Zahlen aus dem Rechnungsabschluss 2013

Stand Montafon

Jahresbudget: 6,8 Millionen Euro

Mitgliedsgemeinden: Stallehr, Lorüns, Vandans, Schruns, Tschagguns, St. Gallenkirch, Bartholomäberg, St. Anton sowie Silbertal und Gaschurn

Beiträge der Gemeinden:
3,5 Millionen Euro

Förderungen Bund, Land, EU:
1,2 Millionen Euro

Forstfonds

Jahresbudget: 3,4 Millionen Euro

Förderungen Bund, Land, EU: 270.000 Euro

Beiträge von Gemeinden, Illwerke, Bergbahnen: 300.000 Euro

Einnahmen durch Holzverkauf:
2 Millionen Euro

Ausgaben für Personal:
1,3 Millionen Euro