Statt sich zu entschuldigen den Pfefferspray abgedrückt

Vorarlberg / 12.05.2015 • 22:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Mein Gesicht brannte nach der Pfeffersprayattacke noch tagelang und ich bekam einen Ausschlag“, behauptet das Opfer. Symbolbild: VN/Str
„Mein Gesicht brannte nach der Pfeffersprayattacke noch tagelang und ich bekam einen Ausschlag“, behauptet das Opfer. Symbolbild: VN/Str

Taxifahrer soll Fußgänger mit dem Seitenspiegel seines Pkw erwischt haben.

Dornbirn. Eine finstere Nacht, starker Schneefall und kein Parkplatz vor einem bekannten Prachtclub in Dornbirn. Zwei junge Burschen und ein Mädchen stellten ihr Auto deshalb etwas entfernt ab und machten sich zu Fuß zum „Sohm“ auf. Auf der Straße, nebeneinander spazierend.

Da kam ihnen auf der Straße ein Taxi entgegen. So schildert es ein junger Mann aus dem Trio Monate später am Bezirksgericht Bregenz. Und zwar als Zeuge und Opfer, denn: „Das Taxi war viel zu schnell unterwegs! Ich musste zur Seite springen und wurde dabei noch vom Seitenspiegel gestreift.“

Das Taxi sei daraufhin stehengeblieben. „Ich ging auf das Fahrzeug zu, weil ich dachte, der Lenker wolle sich bei mir entschuldigen“, sagt der 19-jährige Zeuge vor Richter Frank Plasinger weiter aus. „Das Seitenfenster war bereits vom Fahrer geöffnet worden. Ich bückte mich davor – und schon war mein Gesicht voll mit Pfefferspray!“

Erst Frau, jetzt Mann

Auch der Taxifahrer selbst findet sich deshalb als Angeklagter vor Gericht wieder. Doch seine Aussagen weichen von jenen des Opfers ab. Weil alles anders gewesen sei. Allerdings nicht nur was seine Schilderungen betrifft. Denn bei der vorherigen Überprüfung des Strafregisterauszugs des Beschuldigten hatte es sich bei ein- und derselben Person zunächst um eine Frau gehandelt. Wie sich aber herausstellte, hatte sich der (die?) Angeklagte inzwischen einer Geschlechtsumwandlung unterzogen und erschien jetzt als recht stattlicher Mann vor Gericht. Wie auch immer, Unklarheit herrscht nach wie vor über den Vorfall selbst, denn der Taxifahrer streitet vehement ab, damals zu fest aufs Gaspedal gedrückt zu haben. Außerdem hätte das angebliche Opfer vor der Pfefferspray­attacke mit dem Fuß gegen den Kotflügel seines Fahrzeugs getreten. Aus Wut gewissermaßen.

Verhandlung vertagt

Sein Widersacher bestreitet den Tritt gegen das Blech, besteht aber auf die Pfefferspray­attacke.

An den Rest könne er sich nicht mehr so recht erinnern, weil er damals doch schon ein wenig alkoholisiert gewesen und alles voll schnell vor sich gegangen sei.

Richter Plasinger vertagt die Verhandlung, um zum Zweck der endgültigen Wahrheitsfindung noch die damalige Begleitung des Zeugen einzuvernehmen.