Theater fürs ganze Leben

Wetter / 12.05.2015 • 19:34 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Schultheater-Coach und Lehrer Markus Riedmann vermittelt Schülern Spaß am Spielen und Lebensnotwendiges.  Foto: VN/Paulitsch
Schultheater-Coach und Lehrer Markus Riedmann vermittelt Schülern Spaß am Spielen und Lebensnotwendiges. Foto: VN/Paulitsch

Markus Riedmann lehrt Theaterspielen und verankert spielerisch Lehrstoff im Kopf seiner Schüler.

Lustenau. (VN-db) „Wir spielen immer, wer es weiß, ist klug.“ Das schrieb einmal der österreichische Dramatiker  Arthur Schnitzler. Schultheater-Pädagoge und Lehrer Markus Riedmann weiß das. An zwei Tagen in der Woche ist er als einer von zwei Coaches in Vorarlberg tätig. Er begleitet Theaterprojekte in Volksschulen bis hin zu Gymnasien. „Wenn Lehrer ein solches Vorhaben starten wollen, aber nicht wissen wie, dann komme ich ins Spiel“, erläutert Riedmann.

Er hilft den Schülern, Themen und Texte zu finden, erarbeitet Szenen und sorgt dafür, dass am Ende auf der Bühne schöne Bilder für das Auge entstehen. Dabei bringt der Lustenauer seine Schützlinge lediglich auf Schiene. Mit viel Eigeninitiative und Hilfe ihrer Lehrperson entwickelt sich dann alles Weitere, bis sich der Vorhang öffnet. Riedmann stattet zwischendurch kurze Besuche ab und unterstützt, wenn es nötig ist.

Die Figur des Clowns

Er selbst hat in Salzburg Deutsch und Sport studiert. Gleichzeitig fing er an, Theater zu spielen. Später dann absolvierte er zahlreiche Kurse im Theaterbereich. Bis heute spielt er und schreibt selbst Stücke, wenn auch nur im kleinen Rahmen, wie er bescheiden betont.

Die Figur des Clowns ist seit jeher die Interessanteste für den Lehrer. Sechs Jahre war er aktiv bei den Clini-Clowns tätig. Den Clown Riedmann gibt es heute noch: „Nur so kann man in dieser Welt überleben. Viele Menschen sind der Ansicht, sie müssten ernsthaft sein um ernst genommen zu werden. Doch das ist der falsche Ansatz. Authentizität ist der Schlüsselbegriff.“

Nicht zwingend steht am Ende der Arbeit von Riedmann eine Aufführung. Mittlerweile flicht er Theater als Lernmethode in den Unterricht ein. Gelernt hat das der 54-Jährige im Rahmen einer Ausbildung in Drama-Pädagogik. „Angenommen, das Unterrichtsthema ist Absolutismus. Ich kann nun meine Schüler lesen und abschreiben lassen, oder ich lasse sie in die Rolle der drei Stände Bauer, Klerus und Adel schlüpfen“, erläutert der kreative Kopf. Durch diese Art des Lehrens entstehe ein Anker im Kopf. Das Thea­ter sorge so für Nachhaltigkeit: „Ich habe nicht den ästhetischen Anspruch, dass am Ende ein perfektes Stück herauskommt. Das Lernen durch das Theater ist mein Hauptanliegen.“

Ein weiteres Projekt des Vorarlbergers sind Workshops zum Thema Auftrittskompetenz. Dabei unterstützt er Schüler in der Vorbereitung auf die Präsentation ihrer Abschlussarbeit. Nicht inhaltlich, sondern im darstellenden Bereich. „Es geht um Präsenz, Körperhaltung und den Kontakt mit dem Zuschauer oder in dem Fall, der Prüfungskommission“, erklärt Riedmann. Keiner bekomme eine zweite Chance für den ersten Eindruck. Er sorge dafür, dass Interessierte ihr volles Potenzial bei der Darbietung ausschöpfen.

Das Theater, meint der Pädagoge, sei gleich wichtig wie alle Hauptfächer. Denn was bräuchten Schüler, wenn sie nach ihrem Abschluss in die weite Welt entlassen würden? „Sie müssen kommunizieren, empathisch reagieren, im Team arbeiten können und brauchen Sozialkompetenz und Zivilcourage“, sagt Riedmann. All das, was das Thea­ter vermittle. Im richtigen Moment aufstehen und sich klar artikulieren.

Im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchmesse „Buch am Bach“ wird Riedmann Workshops veranstalten. Dabei steht ganz im Vordergrund, den großen Spaß am Theater zu vermitteln.

Nur als Clown kann man in dieser Welt überleben.

Markus Riedmann

Zur Person

Markus Riedmann

Geboren: 12. Mai 1961

Wohnort: Lustenau

Laufbahn: Lehrer in Deutsch- und Sport am BORG Dornbirn-Schoren, Ausbildung in Dramapädagogik, seit 2011 Schultheater-Coach

Weitere Infos und Anmeldung auf www.vorarlbergernachrichten.at/buchambach