Tote und Verletzte nach neuerlichem Erdbeben

Welt / 12.05.2015 • 22:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In der Hauptstadt Kathmandu suchen Tausende verängstigte Menschen im Freien Schutz.  Foto: EPA
In der Hauptstadt Kathmandu suchen Tausende verängstigte Menschen im Freien Schutz. Foto: EPA

Am Dienstag ist Nepal erneut von einem schweren Erdbeben heimgesucht worden.

Kathmandu. Ein neues gewaltiges Erdbeben hat den Himalaya erschüttert und zahlreiche Todesopfer gefordert. Mindestens 70 Menschen sind ums Leben gekommen, sagte Laxmi Dhakal vom Innenministerium in Kathmandu. Etwa 1200 Menschen seien verletzt. Im Nachbarland Indien kamen nach offiziellen Angaben 17 Menschen ums Leben. In China starb eine Frau.

Die Zahl könne aber weiter steigen, wenn Berichte aus den entlegenen Gebieten einträfen, betonte Dhakal. Dort seien ganze Siedlungen von Erdrutschen verschüttet worden. Der einzige internationale Flughafen Nepals wurde erneut stillgelegt.

Die US-amerikanische Geologiebehörde USGS gab die Stärke des neuen Bebens mit 7,3 an, mit dem Epizentrum 76 Kilometer östlich von Kathmandu. Beim Beben vor zweieinhalb Wochen war eine Stärke von 7,8 gemessen worden. Seitdem wurden mehr als 8000 Tote geborgen.

Während die Erde mehr als 40 Sekunden lang zitterte, rannten die Nepalesen an zahlreichen Orten nach draußen. „Alle hatten Angst, dass noch mehr zusammenstürzt. Es gab viel Geschrei und Aufregung“, berichtete Samariterbund-Mitarbeiter Stefan Gaßner. Zahlreiche Gebäude, durch das verheerende Beben vor 17 Tagen schon instabil geworden, stürzten ein. Die Erdstöße der Stärke 7,3 lösten erneut Erdrutsche aus und ließen Gebäude einstürzen. Viele österreichische Retter sind in Nepal im Hilfseinsatz. Sie alle überstanden das erneute Beben am Dienstag unverletzt.

Unterdessen hat das US-Militär einen in Nepal eingesetzten Hubschrauber mit einer achtköpfigen Besatzung als vermisst gemeldet.

Millionen leben in Zelten

Bei dem Beben am 25. April waren fast eine halbe Million Häuser in Nepal zerstört oder schwer beschädigt worden. Millionen Nepalesen leben derzeit in Zelten, vor allem in den Bergen, wo die einfachen Lehm- und Steinhäuser den Erschütterungen nicht standhielten.