Zum Gedenken

Vorarlberg / 12.05.2015 • 18:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Gerlinde Köss Zurflüh

Bern, Egg. Gerlinde wurde am 30. April 1977 als viertes von sechs Kindern den Eltern Arnold und Rosmarie Köss geboren. Aufgewachsen in einer fröhlichen Geschwisterschar, besuchte sie in Egg die Volks- und Hauptschule. Durch ihren frühen Entschluss, Ärztin zu werden, entschied sie sich für das Gymnasium in Egg, um dann anschließend das Medizinstudium in Innsbruck zu absolvieren. Schöne Freundschaften sind in diesen langen Schuljahren in Egg entstanden und bis heute geblieben. Gerlinde war ein fröhliches, feinfühliges Mädchen. Die Tiere hatten es ihr schon als Kind angetan: Schafe, Hühner, Tauben, die sie mit ihrem Opa gerne betreute. Als sportliche Jugendliche war sie im Volleyball, Klettern und Schwimmen aktiv. Den Satz des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber: „Alles Leben ist Begegnung“ kann man auch über Gerlinde sagen. Ihr Onkel, Pfarrer Anton Bereuter, der mit Ortspfarrer Friedl Kaufmann und Pfarrer Ferdinand Hiller den Verabschiedungsgottesdienst zelebrierte, verband die Schriftstelle von den Emmausjüngern, die auf ihrem Weg Begegnung mit Jesus erlebt hatten, mit Gerlindes Leben: Begegnung mit Menschen in fernen Ländern, (z. B. bei einem Auslandspraktikum in Thailand); Begegnung erlebte sie dort mit ihrem späteren Gatten Sacha, mit dem sie 2012 Hochzeit gefeiert hat; Begegnung mit Kranken, denen sie ihre Hilfe schenkte; Begegnung war auch das Thema ihrer Dissertation. Vielleicht konnte sie dann in ihrem Spezialfach Psychiatrie als Oberärztin den hilfesuchenden Menschen noch intensiver begegnen. Die Krönung der Begegnungen war aber sicher ihre Familie – ihr Gatte Sacha und die Kinder Sarah und Lukas, dem sie wenige Tage vor ihrem tödlich ausgegangenen Herzinfarkt das Leben schenken durfte. Wenn sie ihren Wohnort auch in Bern hatte, hielt sie die Begegnung mit ihren Angehörigen und Freunden in Egg aufrecht. Viele Menschen feierten in der Kirche in Egg die Gottesdienste mit und nahmen Abschied von einem lieben Menschen, der so plötzlich diese Welt verlassen musste. Angehörige, Freunde und Bekannte gestalteten die Liturgie mit. Jahrgänger und Schulkollege David Rinner blickte dankbar auf gemeinsame Aktivitäten zurück. Möge Gerlinde in ihrem neuen Leben eine gute Fürsprecherin sein für alle, die traurig und betroffen zurück bleiben.