Als im Wettbüro plötzlich 17.000 Euro fehlten

Vorarlberg / 13.05.2015 • 22:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Ex-Angestellter steht unter Verdacht. Einiges spricht gegen ihn, doch er beteuert seine Unschuld.

Feldkirch. (ec) Mitte März fehlten in einem Oberländer Wettlokal plötzlich 17.000 Euro aus dem Tresor. Der Geschäftsinhaber erstattete Anzeige und die Fahnder nahmen unter anderem den 35-jährigen Ex-Mitarbeiter unter die Lupe. Nicht selten stehen Angestellte von Wettlokalen mit dem Verschwinden von Bargeld in Zusammenhang.

Und auch in diesem Fall verdichten sich seltsame Umstände in einer Art und Weise, dass selbst die Verteidigung einräumt: „Zugegeben, mein Mandant befindet sich in einer unvorteilhaften Situation.“ Der angeklagte Deutsche sieht es locker und macht den Eindruck, als könne man ihm rein gar nichts nachweisen.

Nachts im Lokal

Der Beschuldigte räumt ein, dass er um drei Uhr nachts noch im Wettlokal vorbeigeschaut habe. Er habe sich nach reichlichem Alkoholkonsum kurzfristig entschlossen, seinen Job zu kündigen und zuvor noch – mitten in der Nacht, um drei Uhr früh – seinen privaten Werkzeugkoffer aus dem Lokal zu holen. Bei ausgeschalteter Alarmanlage habe er seine Sachen geholt und sei gegangen. Offenbar ebenso kurzfristig entschloss sich der Mann zu einer Flugreise in den Süden. Er fuhr nach Zürich und verreiste für vierzehn Tage. Seine Freundin wusste nicht, wo er war. Mit „Absetzen“ habe das nichts zu tun, und dass er zuvor mit niemandem über die Kündigungspläne gesprochen hatte, habe ebenfalls nichts zu bedeuten, so der Mann.

Das Flugticket kaufte der Angeklagte direkt am Flughafen. Zu dieser Zeit hatte er fünf Exekutionen laufen, Geldmangel war ein ständiges Thema. Bereits zuvor fehlten in dem Wettlokal einmal 600 Euro. Auch damit habe er nichts zu tun, erklärt der Deutsche. In der Nacht, als die 17.000 Euro aus dem Tresor verschwanden, war der Ex-Angestellte noch zuvor mit seiner Arbeitskollegin aus. Von ihr lieh sich der Mann 40 Euro und versprach, sie am nächsten Tag zurück- zugeben, keine Rede von einer Kündigung. Nun soll die Auswertung der Videoüberwachung Klarheit bringen, hofft jedenfalls die Verteidigung. Der Prozess wurde vertagt.