Betteln in Bludenz nimmt wieder zu

Vorarlberg / 13.05.2015 • 18:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sieben Bettler waren am Mittwochmorgen im Städtle. VN/js

Sieben Bettler waren am Mittwochmorgen im Städtle. VN/js

Stadt sucht Gespräch mit anderen Städten und will handeln: Bettelverbot als Option.

Bludenz. (VN-sas) Die Belästigung von Passanten durch Bettler im Bludenzer Zentrum nimmt nach einem kurzzeitigen Rückgang wieder zu. Seit drei Wochen sei diese Tendenz spürbar, informiert Stefan Kirisits, Pressesprecher der Stadt. Die Stadtpolizei berichte ebenfalls von einer Zunahme der Beschwerden. „Allein heute, Mittwochvormittag, hatten wir sieben Bettler in der Innenstadt.“ Über die Gründe der Zunahme könne nur spekuliert werden: „Möglicherweise ist es das frühlingshafte Wetter. Oder weil in Feldkirch stärker gegen das Bettelunwesen vorgegangen wurde, und sie nun nach Bludenz gezogen sind.“

Bürgermeister Mandi Katzenmayer kündigte im Februar an, „aktive Maßnahmen gegen die Bettelei“ zu setzen. Doch das Vorhaben gestaltet sich schwierig. Seit der Novellierung des Bettelverbotsgesetzes vom Oktober 2013 ist Betteln in Vorarlberg mit Einschränkungen nämlich erlaubt. Aggressives oder organisiertes Betteln sowie Betteln mit Kindern ist aber weiterhin untersagt. Genau das ist der springende Punkt: Einiges weise darauf hin, dass es sich um organisiertes Betteln handelt. Die Bettler seien auch vermehrt mit Kindern bzw. Minderjährigen unterwegs. Das zu beweisen sei aber schwierig und eigentlich die Aufgabe der Bundespolizei, betont Kirisits.

Gespräch mit anderen Städten

Bürgermeister Katzenmayer ist sich der „heiklen Situation“ bewusst. „Es ist eine sehr große Bewegung da. Die eine Hälfte der Bevölkerung sagt, man könne nicht mehr in Ruhe durch das Städtle gehen. Die andere nimmt die Bettler in Schutz.“ So oder so: Der Bürgermeister will gegen die Bettelei vorgehen und erneut das Gespräch mit den anderen Städten suchen, um Lösungen auszuarbeiten. Auch will er, wenn nötig, im Alleingang handeln: So steht etwa ein Bettelverbot in der Innenstadt im Raum. „Das wäre aber der letzte Schritt“, sagt Kirisits. Auch Katzenmayer weiß, dass diese Lösung nicht das Gelbe vom Ei wäre: „Dann würde sich die Problematik wahrscheinlich nur verlagern.“

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