Eine Sportart für Geist und Körper

Sport / 13.05.2015 • 19:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sowohl kognitive als auch physische Fähigkeiten sind im Orientierungslauf gefordert. Foto: Privat
Sowohl kognitive als auch physische Fähigkeiten sind im Orientierungslauf gefordert. Foto: Privat

2000 Orientierungsläufer für Titelkämpfe in Laterns und Dornbirn gemeldet.

Schwarzach. (VN-HT) Orientierungslauf, kurz OL, ist eine Sportart für Geist und Körper und weit mehr als nur Laufen. Sie besteht, wie die Abkürzung OL zeigt, aus zwei Komponenten: Das „O“ ist der kognitive Teil, das Orientieren, das Planen von und Entscheiden über Routen­alternativen. Das „L“ ist der physische Teil, das Laufen, die Kondition und Geschicklichkeit im unwegsamen Gelände. Beide Komponenten stehen in Wechselbeziehung zueinander und das ist es, was den Reiz dieser Sportart ausmacht. Ein guter Läufer, der orientierungstechnische Fehler macht, hat gegen einen konditionell schwächeren Läufer, der sich geschickt orientiert, keine Chance. Eine gute Kombination aus beiden Komponenten führt zum Erfolg.

Tests in Feldkirch und Göfis

Von heute bis Sonntag gibt es für die in Vorarlberg noch in der Aufbauphase befindliche Sportart Anschauungsunterricht auf höchster Ebene. Gemeinsam mit dem Schweizer Fachverband richtet der Schulsportverein (SSV) Dornbirn-Schoren, mit Sektionsleiter Richard Werner an der Spitze, am Samstag in Laterns bzw. am Sonntag in Dornbirn die nationale Meisterschaft der beiden Länder aus.

Beide Bewerbe zählen zudem zum Austria Cup 2015, der Ostschweizer Meisterschaft und sind als World Ranking Event ausgeschrieben. In den verschiedenen Klassen beteiligen sich rund 2000 Läuferinnen und Läufer, darunter 750 Österreicher.

Den beiden Meisterschaftsbewerben gehen am Donnerstag (13.30 bis 17.30 Uhr) in Feldkirch und Freitag (10 bis 16 Uhr) in Göfis zwei Trainingsläufe voraus. Ernst wird es am Samstag in Laterns-Gapfohl auf einer rund zwölf Kilometer langen Mitteldistanz mit 400 Meter Höhenunterschied. Sonntag führt der Sprintbewerb durch die Dornbirner Innenstadt. Sollte seine Laufverletzung nicht zu große Probleme bereiten, wird hier der einzige Vorarlberger Teilnehmer in der Eliteklasse mit 96 Startern, der Feldkircher Arzt Philipp Haider, antreten.

Richard Werner ist Trainer für Orientierungslauf und bemüht sich vor allem in Schulen, Motivationsarbeit für diesen Sport zu leisten. Deshalb freut es ihn besonders, dass auch zehn Mädchen der Mittelschule Hittisau mit ihrer Lehrerin Angelika Dorner in Dornbirn starten.

Strenges Reglement

Das OL-Reglement ist streng. Ist das Laufgebiet fertig markiert, darf es von den Sportlern nicht mehr betreten werden. Die extra für den Bewerb gezeichnete Karte wird erst knapp vor dem Start an die Athleten ausgehändigt. Am Ende jeder Teilstrecke befindet sich ein Kontrollpunkt, in den der Läufer einen Chip steckt, um das Passieren des Orts zu bestätigen. Er muss alle Posten in einer bestimmten Reihenfolge anlaufen, sonst erfolgt die Disqualifikation. Jeder Läufer erhält eine andere Reihenfolge, sonst könnte er ja seinem Vordermann nachlaufen.

Die große Herausforderung besteht darin, im Laufschritt die Karte zu erfassen, sie mit dem Gelände abzugleichen und zugleich wichtige von unwichtigen Informationen zu unterscheiden.

Orientierungslauf

Internationale österrreichische Meisterschaft 2015

Internet: www.chat-ol.org

Der Zeitplan der Titelkämpfe

Samstag, 16. Mai

Österreichische Meisterschaft Mitteldistanz (zweiter Bewerb im Austria Cup, World Ranking Event Sprint) in Laterns

Start: Talstation Seilbahnen Laterns

1. Start: 12.45 Uhr, letzter Start: 16.20 Uhr

18.20 Uhr (Zielschluss)

Sonntag, 17. Mai

Österreichische Meisterschaft Sprint (dritter Bewerb im Austria Cup, World Ranking Event Sprint) in Dornbirn

Start: Kulturhaus Dornbirn

1. Start: 9.30 Uhr, letzter Start: 11.45 Uhr

12.45 Uhr (Zielschluss)