Fenninger will Probleme intern klären

Sport / 13.05.2015 • 18:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Versetzten die Skiwelt mit einem E-Mail in Aufregung: Anna Fenninger und ihr Manager Klaus Kärcher. Foto: gepa
Versetzten die Skiwelt mit einem E-Mail in Aufregung: Anna Fenninger und ihr Manager Klaus Kärcher. Foto: gepa

Das Ski-Ass ist verwundert, dass ihr E-Mail an die Öffentlichkeit gelangt ist.

Innsbruck. In einem Eintrag auf Facebook und Twitter hat Skirennläuferin Anna Fenninger bedauert, dass ihre an ÖSV-Funktionäre gerichtete E-Mail an die Öffentlichkeit gelangt ist. Die zweifache Gesamtweltcupsiegerin aus Salzburg, die sich derzeit mit dem Damenteam zum Konditraining auf Zypern befindet, äußerte aber auch Zuversicht: „Wir klären das Thema hoffentlich intern, wie von Anfang an beabsichtigt.“

Keine Kommentare zum Fall

„Ihr habt heute sicher schon Zeitung gelesen oder Radio gehört und euch gehörig gewundert. Ich habe mich gestern auch gewundert, dass meine Mail mit vertraulichem Inhalt plötzlich in der Öffentlichkeit landet. Ich bedauere das sehr und bitte meine Fans und die Medien um Verständnis, dass ich die ungeplante Öffentlichkeit jetzt nicht auch noch mit weiteren Kommentierungen vergrößern will“, schrieb Fenninger. Sie bitte um Verständnis und bedanke sich herzlich für den „mega support“.

In den sozialen Netzwerken findet Fenninger nach ihrem Rundumschlag großen Zuspruch. Kilian Albrecht, Manager von USA-Star Mikaela Shiffrin, sprach der Salzburgerin Mut zu: „Ich glaube schon, dass Anna mehr Möglichkeiten hat, damit es zu einer Lösung kommt“, sagt er im Sky-Interview. „Der ÖSV braucht sie sicher mehr als viele andere Athletinnen.“ Beim ÖSV würden Persönlichkeitsrechte mit Füßen getreten.

Der Skiverband war weniger davon angetan, dass sich die Vorzeigeläuferin per E-Mail an Präsident Peter Schröcksnadel und Co. ihren scheinbar enormen Frust von der Seele geschrieben hat. Von wem die brisante Post an die „Sportwoche“ weitergeleitet worden war, ist nicht bekannt. Seit das Online-Portal „Sportnet“ daraus zitierte, gehen die Wogen hoch.

Fenninger kritisierte in der E-Mail die ablehnende Haltung des ÖSV gegenüber ihrem Manager Klaus Kärcher, drohte mit Rücktritt und forderte auch eine verbesserte Regelung ihrer sportlichen Betreuung. Der ÖSV konterte, dass man eine Trennung vom Manager nie verlangt habe, aber für eine Zusammenarbeit derzeit die Gesprächsbasis fehle. Außerdem teilte der ÖSV mit, dass die Athletin von einem hochwertigen Betreuungsangebot profitieren könne und auch bereits über einen Individualtrainer verfüge.

Thema für die Politik

Der Konflikt wird nun auch zum Thema der Politik: Sportminister Gerald Klug will offensichtlich mit Fenninger und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel Gespräche führen. Auf die Frage, ob er eingreifen werde, wenn Fenninger nicht mehr für Österreich starten wolle, meinte Klug: „Ich möchte zur Stunde keine öffentlichen Kommentare abgeben.“

Ich habe mich gewundert, dass meine Mail in der Öffentlichkeit landet.

Anna Fenninger