Hohe Strafen: Parkfalle am Emser Schlossplatz

Vorarlberg / 13.05.2015 • 20:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wer hat an der Uhr gedreht? Zu spät kommen kommt am Schlossplatz in Hohenems teuer: Es wird ein Bußgeld von 100 Euro fällig. Foto: VN/Gasser
Wer hat an der Uhr gedreht? Zu spät kommen kommt am Schlossplatz in Hohenems teuer: Es wird ein Bußgeld von 100 Euro fällig. Foto: VN/Gasser

Warum man in Hohen­ems zwar günstig parken kann, am Ende aber doch viel zahlt.

Hohenems. Hohenems verzichtet auf eine Parkraumbewirtschaftung. Damit hat die Stadt eine Sonderstellung im Land. Parkautomaten sucht man meist vergeblich. Mit wenigen Ausnahmen. Am Schlossplatz in bester Lage stehen sechs Parkuhren. Die nostalgisch anmutenden Geräte wurden vom alteingesessenen Bauunternehmen Grabher aufgestellt, das in unmittelbarer Nähe ein Hotel und eine Bar betreibt. 50 Cent für 15 Minuten, dann bis zum Anschlag drehen, wieder eine Münze einwerfen und wieder drehen. Für mehr als 60 Minuten ist die Uhr, die auf beiden Seiten bedient werden kann, nicht ausgerichtet.

Ein großes blaues P, lädt zum Halt ein. Dass hier nur eine Stunde geparkt werden darf, ist nicht zu übersehen. Man sollte jetzt aber dringend das Kleingedruckte, das auf Blechtafeln angeschlagen ist, lesen. Denn wer nicht pünktlich zum abgestellten Fahrzeug zurückkehrt, tappt unweigerlich in die Parkfalle. Schon wenige Minuten nach Ablauf der Zeit, das berichten Betroffene, heftet bereits ein Zahlschein an der Windschutzscheibe. Ein Bußgeld von 100 Euro wird fällig. Und das Kleingedruckte verrät auch, was passiert, wenn jemand nicht bezahlt. Dann würden rechtliche Schritte unternommen. „Alle damit verbundenen Kosten und Gebühren werden dem Fahrzeughalter angelastet“, heißt es da.

Übliche Strafe bei zehn Euro

Dieter Heinzle ist Stadtpolizist in Hohenems. Er kennt die Situation am Schlossplatz. Auch auf den eigenen Parkplätzen in Kurzparkzonen würde kontrolliert. Und bei einer Übertretung wird gestraft. Eine „Bargeldlose Strafverfügung“ fordert den Fahrzeughalter bei einem Fehlverhalten zur Zahlung von zehn Euro auf. Eine in Vorarlberg übliche Bußgeldhöhe. Das treffe auch auf bewirtschaftete Parkplätze zu, so der Stadtpolizist. „Das ist so in der Kurzparkzonenüberwachungsverordnung einheitlich geregelt.“

Empfindlich teuer

Für ein und dasselbe „Vergehen“ sind in Hohenems unterschiedlich hohe Bußgelder fällig. Wer an der privaten Parkuhr des Bauunternehmens Grabher dreht, muss empflindlich tief in die Tasche greifen. Das vermeintlich günstige Parken in der Grafenstadt kann so im Nachhinein richtig teuer werden.

Eine zehn Mal höhere Strafe als üblich empfinden viele der Betroffenen als „Abzocke“. Und davon scheint es gar nicht so wenige zu geben. Die Parkfalle schnappe häufig zu, heißt es in Hohen­ems. Wie oft? Dazu wollte sich der Chef der Baufirma, Karl Grabher, gegenüber den VN nicht äußern. Nur so viel: Der Parkplatz werde seit zwei Jahren bewirtschaftet. Und zur Strafhöhe: Es handle sich um Privatparkplätze und da könne er die Höhe festlegen.