„Ich bin jetzt älter und viel selbstbewusster“

Wohin / 13.05.2015 • 14:19 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Suzanne Vega ist seit drei Jahrzehnten im Musikgeschäft. Ihr Hit „Tom’s Diner“ war das erste Lied, das als mp3 konvertiert wurde.  Foto: AP
Suzanne Vega ist seit drei Jahrzehnten im Musikgeschäft. Ihr Hit „Tom’s Diner“ war das erste Lied, das als mp3 konvertiert wurde. Foto: AP

Im Rahmen des Kultursommer-Festivals tritt Sängerin Suzanne Vega im Conrad Sohm auf.

schwarzach. Seit etwa 30 Jahren ist die US-Sängerin und Songwriterin Suzanne Vega im Musikbusiness. Ihre Hits „Luca“ und „Tom’s Diner“ verhalfen ihr in den 1980er-Jahren zum Durchbruch und machten sie zum Star. Mittlerweile ist es ruhiger um Vega geworden. Trotzdem hat die Sängerin fleißig Alben herausgebracht, insgesamt acht an der Zahl. 2014 erschien „Tales from the Realm of the Queen of Pentacles“.

Die meisten Menschen kennen Sie wegen Ihrer Hits aus den 1980er-Jahren. Haben Sie sich seit damals verändert?

vega: Ja, definitiv. Ich bin über die Jahre älter und damit auch viel selbstbewusster geworden. Man gewinnt dadurch neue Blickwinkel auf die Musik und auf sich selbst.

Sie haben im Jahr 2014 das Album „Tales from the Realm of the Queen of Pentacles“ veröffentlicht. Wie unterscheidet es sich von den anderen Alben?

vega: Es ist insgesamt rockiger geworden. Auch was die vorherrschenden Themen betrifft, mit denen ich mich in den Songs auseinandersetze, hat das neue Album einen anderen Zugang. Ich habe mich mit der Frage auseinandergesetzt, wie die physische Welt mit der geistigen Welt verbunden ist, wie diese Welten ineinanderfließen.

Wieso gerade diese Thematik?

vega: Ich habe sehr viele Dinge gesehen und erlebt. Ich habe mitbekommen, wie Menschen geboren wurden, Menschen gestorben sind und habe daraus meine Erfahrungen gezogen. Die Thematik hat mich sehr beschäftigt und ist deswegen in die Songs eingeflossen.

Sie nehmen dabei auch Bezug auf andere Musiker wie Bob Dylan oder die Rolling Stones. Sogar 50 Cents „Candy Shop“ haben Sie als Sample für den Song „Don’t uncork what you can’t contain“ eingesetzt.

vega: Ich mag den Song sehr gerne. Das Sample hat meiner Meinung nach wahnsinnig gut zu „Don’t uncork what you can’t contain“ gepasst. Da haben wir es einfach verwendet.

Sie haben Ihr neues Album im Alleingang veröffentlicht. Wie war diese Erfahrung?

vega: Es war eine interessante, aber auch spannende Erfahrung. Man ist unabhängiger, aber muss sich gleichzeitig auch selbst promoten. Man wird sehen, wie sich das entwickelt. Aber momentan mache ich mir über die Zukunft noch keine Gedanken, ich bin ja gerade erst dabei, mein aktuelles Album der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Musikindustrie hat sich verändert, seit Sie berühmt geworden sind. Ihr Song „Tom’s Diner“ war aber das erste Lied überhaupt, das im digitalen mp3-Format erschienen ist. Sind diese Veränderungen eine gute Sache?

vega: Die Entwicklung hat gute und auch schlechte Seiten. Schlecht ist die Tatsache, dass für Musik nichts mehr bezahlt wird, die Musiker also weniger Geld bekommen und es schwieriger geworden ist, von der Musik allein zu leben. Positiv ist hingegen, dass Musik leichter verfügbar ist, man hat sie auf dem Smartphone immer mit dabei. Heutzutage ist es meiner Meinung nach für Musiker wichtig, Konzerte zu geben und den Kontakt zu den Fans zu pflegen.

Sie werden am 6. Juli im Conrad Sohm in Dornbirn spielen. Werden Sie dabei auch Ihre älteren Songs zum Besten geben oder konzentrieren Sie sich mehr auf Ihr neues Album?

vega: Es werden natürlich viele Songs von „Tales from the Realm of the Queen of Pentacles“ zu hören sein. Aber es wird insgesamt eine gute Mischung zwischen alten und neuen Songs geben. Ich werde auf jeden Fall auch „Luca“ und „Tom’s Diner“ spielen, da muss man sich keine Sorgen machen.

Zur Person

Suzanne Vega

Geboren: 11. Juli 1959 in Santa Monica (Kalifornien)

Wohnort: New York

Familie: Verheiratet mit dem Anwalt Paul Mills, eine Tochter (Ruby) aus erster Ehe

Suzanne Vega gastiert am 6. Juli im Rahmen des Kultursommer-Festivals im Conrad Sohm