„Lo Real“: Die getanzte Wahrheit

Leserservice / 13.05.2015 • 16:05 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Das Tanztheater „Lo Real“ ist ein getanztes Mahnmal. foto: jean-louis duzert
Das Tanztheater „Lo Real“ ist ein getanztes Mahnmal. foto: jean-louis duzert

Israel Galván – der Star des Nuevo Flamenco im Festspielhaus.


20:00 festspielhaus, bregenz.
„Lo Real“ – von der Wahrheit des Schicksals der Roma und Sinti handelt dieses Tanztheater des Stars des Nuevo Flamenco, Israel Galván.

Galváns Spurensuche, die vom Genozid an Sinti und Roma erzählt, ist zugleich ein beklemmend aktuelles
Statement zum Zustand Europas, das die Furcht vor dem Fremden immer noch kennt und dessen Krisen mit nationalstaatlichem Denken nicht mehr beizukommen ist.

Er illustriert dieses schreck­liche Geschehen nicht, vielmehr bringt er es mit Mitteln des Tanzes auf die Bühne. Galván hat das Bewegungsrepertoire des Flamenco seziert, bricht mit dem Klischee des Flamenco, und gelangt dadurch zu einer ganz eigenen tänzerischen Ausdrucksform.

Am Ende wird die „Todesfuge“ (1948) von Paul Celan zitiert. Und wenn Celan mit Mitteln der Sprache einer musikalischen Form wie der Fuge Bilder des Schreckens abgerungen hat, dann hat Israel Galván aus dem Flamenco einen Todestanz gemacht – eindrucksvoll, erschreckend, virtuos, eine Choreo-grafie, die unter die Haut geht!

VVK: Bregenz Tourismus, www.bregenzerfruehling.at