Mit dem Rücken
an der Wand

Leserbriefe / 13.05.2015 • 18:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Tagtäglich werden wir mit Schreckensmeldungen über die Flüchtlingstragödie im Mittelmeer konfrontiert. Alle Lösungsansätze sind und bleiben ungenügend. Ohnmacht breitet sich aus. Wie kompliziert die ganze Angelegenheit ist, zeigte schon Anfang der 1990er-Jahre der sehenswerte Spielfilm „Der Marsch“, in dem in einer fiktiven Handlung der Exodus eines Flüchtlingsstromes quer durch Nordafrika bis zur Meerenge von Gibraltar gezeigt wird, mit der am Ende offenen Frage, wie denn die EU auf diesen „Marsch“ reagieren soll oder kann. Ein Motto des Films lautet: „Wenn ihr uns schon nicht helfen könnt, dann schaut uns wenigstens beim Sterben zu!“ Schade, dass dieser Film in dieser Zeit nicht zu sehen ist. Er macht nachdenklich und fordert auf, auch unkonventionelle Lösungen zu überlegen: Die Politiker und Entscheidungsträger genauso wie uns, die wir unsere Meinung bei so vielen Begegnungen miteinander teilen.

Hilfe und Unterstützung für die Notleidenden kann auch ein Zeichen der Dankbarkeit dafür sein. Es geht uns so gut, dass wir in der Lage sind, anderen Menschen Sicherheit und Heimat zu gewähren. Großes Kompliment an alle Einzelpersonen, aber auch Gemeinden, die in dieser Zeit Herz und Hirn zeigen, wenn es darum geht, Not zu lindern.

Dr. Norman Buschauer, Pfarrer in Göfis und Satteins, Kirchstraße 5, Göfis