Steirische Kriminalisten sprengen Drogenring

Welt / 13.05.2015 • 22:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Es wurde ein Vermögen im Wert von umgerechnet rund 8,9 Millionen Euro sichergestellt. FOTO: APA
Es wurde ein Vermögen im Wert von umgerechnet rund 8,9 Millionen Euro sichergestellt. FOTO: APA

In jahrelangen Ermittlungen konnte ein internationales Netzwerk von 30 Personen verhaftet werden.

Wien. Steirische Kriminalisten haben einen weltumspannenden Kokainring mit der Operation „Primavera“ zerschlagen: 30 Verdächtige sind in Haft. Ihnen wurde zusammengerechnet der Kauf und Verkauf von 88 Kilogramm Kokain nachgewiesen. Allein die sichergestellten Drogen sollen einen Straßenverkaufswert von rund zwei Millionen Euro haben.

Im Februar 2011 waren die Ermittlungen im Grazer Rotlichtmilieu angelaufen. Ein 45-jähriger Grazer verkaufte Kokain an Konsumenten und brachte den Fall ins Rollen. Über ihn gerieten die Beamten an einen 47-jährigen Wiener und einen 66-jährigen Grazer, wobei einer von ihnen wiederum Kontakte zu einem 56-jährigen Niederösterreicher hatte, der seit Jahrzehnten in Costa Rica lebt. Der Mann war nach einer Straftat von Österreich nach Mittelamerika geflüchtet und finanzierte sich seither seinen Lebensunterhalt mit Suchtgifthandel.

Der 56-Jährige, der inzwischen untergetaucht ist, versorgte die Österreicher von Costa Rica aus mit Kokain in großen Mengen. Gegen ihn liegt ein internationaler Haftbefehl vor. Für den Transport war der 47-jährige Wiener verantwortlich, der als „Reiseleiter“ der Gruppe galt. Er organisierte Kurierflüge zwischen Costa Rica, Brasilien, Chile und Europa. Im Dezember 2011 wurde der 45-jährige Grazer beim Schmuggeln von Kokain in Costa Rica verhaftet.

2014 wurden auch noch 24 Männer und zwei Frauen im Großraum Wien festgenommen. Unter ihnen war auch der „Waffenmeister“ der Gruppierung, ein gebürtiger Serbe, der laut Ermittler als äußerst gefährlich einzustufen sei: „Er hatte in seiner gesamten Wohnung in Wien Feuerwaffen in Griffweite bereitgestellt.“ Im Februar und April konnten dann in Graz und Wien die letzten beiden Verdächtigen festgenommen werden – mehrere Mitglieder der Gruppe wurden bereits rechtskräftig zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.