Alpla: 60-Jahr-Jubiläum in spannendem Umfeld

Markt / 15.05.2015 • 22:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Alpla-Chef Günther Lehner:
Alpla-Chef Günther Lehner: „Der Preisdruck nimmt zu.“

Angespannte Lage am Weltmarkt ist auch für Verpackungsmulti Alpla herausfordernd.

Hard. Ganz genau weiß Alwin Lehner das Datum nicht mehr, als er und sein Bruder Helmuth Lehner die Spritzgussmaschine in der Waschküche der Familie in Betrieb setzten. Es war aber definitiv im Jahr 1955. 60 Jahre nach der Gründung ist Alpla das größte in Vorarlberg beheimatete Unternehmen, über 16.000 Menschen arbeiten in den 154 Werken, die zur Alpla-Gruppe zählen. Alpla ist Weltmarktführer und produziert in 40 Ländern. Und die Expansion geht weiter, wenn auch nicht mehr in dem Tempo vergangener Jahrzehnte. Wie denn auch, wenn viele Märkte bereits besetzt sind? Dennoch entstehen auch im Jahr 2015 neue Werke in Asien.

Die Marktdurchdringung ist beeindruckend. Im Harder Hauptquartier geht man davon aus, dass jeder Mensch einmal täglich ein Alpla-Produkt sieht. Kein Wunder: Der Marktführer ist Partner anderer Global Player wie Coca Cola oder Procter & Gamble, um nur zwei zu nennen. „Aber auch für große nationale Produzenten, wie beispielsweise einen chinesischen Milchprodukteerzeuger, realisieren wir Inhouselösungen“, schildert Alpla-Geschäftsführer Günther Lehner im Gespräch mit den VN.

Heuer steht das Technical Center in Shanghai zur Eröffnung an, Werke werden in Saudi-Arabien, Indien und in der Türkei gebaut. Ein Technical Center, wie es gerade in China entsteht, sei ein entscheidender Vorteil am Markt, „denn es ermöglicht, besonders schnell zu agieren. Wir haben dort Entwicklung, Ausbildung und Design konzentriert.“ Im vergangenen Jahr wehte aber auch Alpla ein scharfer Wind ins Gesicht, weil die Wirtschaftslage in allen Weltregionen anspruchsvoll ist.  „Der Preisdruck nimmt zu. Wir müssen uns gewaltig anstrengen, um den Anforderungen unserer Kunden und der Endverbraucher gerecht zu werden.“ Deshalb fährt Alpla ein Entwicklungsprogramm, das die Arbeits- und Materialkosten im Fadenkreuz hat und Nachhaltigkeit und Recycling berücksichtigt. Zirka drei Prozent des Umsatzes fließen in Forschung und Entwicklung. Investiert werden heuer insgesamt 250 Mill. Euro.

Der Umsatz ist im vergangenen Jahr um 0,3 Prozent auf 3,13 Mrd. Euro gewachsen. Das geringe Plus sei auf die gesunkenen Rohölpreise zurückzuführen, relevant sei die Summe der Kunststoffproduktion, und die sei um fünf Prozent gestiegen, erklärt der CEO. Schwierig ist die Situation derzeit in Russland und Brasilien. Auch Venezuela, das Land, in dem das erste Werk außerhalb Europas 1968 eröffnet wurde, verlangt Langmut. „Aber das gehört zum Geschäft“, so Lehner. Gefeiert wird der Geburtstag mit einem Familientag im Europapark und einer großen Feier, die im Juni in Hard stattfindet.

Kennzahlen

ALPLA Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG

» Gesamtumsatz 2014: 3,13 Mrd. Euro (+0,3 %)

» Werke gesamt: 154 in 40 Ländern

» davon Inhouse: 74

» Investitionen: 250 Mill. Euro

» Expansion: neue Werke in Indien, Türkei (2) und Saudi-Arabien, Technical Center in Shanghai

» Mitarbeiter total: 16.000

» Mitarbeiter in Österreich: 1222, in Vorarlberg: 932

» Lehrlinge: 192, davon 85 in Vorarlberg

» Produktspektrum: Verpackungssysteme, Flaschen, Verschlüsse und Spritzgussteile, Preforms