Die Formel 1 steigt aufs Gas

Sport / 15.05.2015 • 21:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Tankstopps – im Bild das Ferrari-Team mit Kimi Räikkönen – sollen wieder mehr Leben in die Formel-1-Rennen bringen. Foto: Reuters
Tankstopps – im Bild das Ferrari-Team mit Kimi Räikkönen – sollen wieder mehr Leben in die Formel-1-Rennen bringen. Foto: Reuters

Strategiegruppe schlägt der F-1-Kommission ab 2017 Reformen vor.

London. Tankstopps, breitere Reifen, stärkere Motoren, aggressivere Autos: Die Formel 1 verordnet sich eine Macho-Kur und will wieder spektakulärer werden. Die sogenannte Strategiegruppe plant eine Regelrevolution für die kriselnde Königsklasse ab der Saison 2017 – um die „Show zu verbessern“, wie der Automobil-Weltverband FIA mitteilte.

So sollen Lewis Hamilton und Co. in zwei Jahren wieder zum Nachtanken an die Box fahren – das gab es zuletzt in der Saison 2009. Zudem wünschen sich die Top-Teams lautere Motoren mit mehr Power sowie ein aggressiveres Aussehen der Rennwagen. Die Boliden sollen auch deutlich leichter werden. So könnten die Wagen „fünf bis sechs Sekunden“ pro Runde schneller werden.

„Die Regeln sind Müll“

Die Entscheidungen der Strategiegruppe, die rund sieben Stunden am Londoner Flughafen Biggin Hill getagt hatte, dürften besonders Chefpromoter Bernie Ecclestone und Sebastian Vettel freuen. Der Ferrari-Star ist einer der größten Kritiker der „modernen“ Formel 1 und wünscht sich wieder Lärm, Gestank und bebenden Asphalt. Und auch Ecclestone sagte angesichts einer grassierenden Finanzkrise, sinkender TV-Quoten und der Dominanz von Mercedes zuletzt: „Die Regeln sind Müll. Wir müssen spektakulären Sport bieten, keinen Vorreiter in der Technologie spielen.“

Dazu hat sich die sonst eher zerstrittene Strategiegruppe nun offenbar entschlossen. Das Gremium besteht aus Ecclestone, FIA-Präsident Jean Todt sowie jeweils einem Vertreter der Teams von Ferrari, McLaren, Mercedes, Red Bull, Williams und Force India. Allerdings ist die Interessenvertretung nicht entscheidungsbefugt, kann ihre Vorschläge aber an die Formel-1-Kommission weiterleiten. In letzter Instanz entscheidet der FIA-Motorsport-Weltrat über Regeländerungen.

Kein fünfter Motor

Die Strategiegruppe wehrte zudem den Vorschlag von Red Bull (Renault) und McLaren (Honda) ab, in dieser Saison einen fünften Motor einsetzen zu dürfen. Zudem sollen die Teams ab der kommenden Saison selbst über ihre beiden Reifenmischungen für die Rennen entscheiden – bisher trifft der Lieferant Pirelli diese Entscheidung für alle Rennställe. Die Einführung einer Budgetobergrenze wurde erneut vertagt.