Die Konzentration aller Kräfte

Sport / 15.05.2015 • 22:43 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Altachs Hintermannschaft, im Bild Jan Zwischenbrugger, César Ortiz und Andreas Lienhart (von links) erwartet heute einiges an Arbeit. Foto: gepa
Altachs Hintermannschaft, im Bild Jan Zwischenbrugger, César Ortiz und Andreas Lienhart (von links) erwartet heute einiges an Arbeit. Foto: gepa

Cashpoint Altach will gegen Salzburg ein weiteres Mal über sich hinauswachsen.

Altach. Das Wort „besonders“ hat in Altach im Zusammenhang mit Spielen gegen RB Salzburg eine außergewöhnliche Bedeutung. Das ergibt sich allein schon aus der Tatsache, dass die „Bullen“ finanziell der Krösus der Liga und über Jahre hinweg meist auch sportlich das Maß aller Dinge sind. „Das dürfen wir nie vergessen“, warnt auch SCRA-Stürmer Hannes Aigner davor, Siege gegen den Fastmeister als gegeben vorauszusetzen. Dennoch klingen seine Worte – „Sie haben ein 50-Millionen-Budget und wir sind nur Altach. Aber: Wir sind gerne Altach“ – doch ein wenig wie eine Kampfansage.

Salzburgs erster Matchball

Es gibt aber noch andere Besonderheiten im Zusammenhang mit Altach und RB Salzburg, die sich heute (16 Uhr) zum insgesamt 18. Mal (Liga und Pokal) gegenüberstehen. So haben die Rheindörfler, saisonübergreifend, drei der vier letzten Ligaspiele gegen die Elf aus der Mozartstadt gewonnen. Dazu kommt, dass mit Adi Hütter ein Alt­acher auf der Trainerbank der Salzburger vor der Krönung der Saison steht. „Wir haben vier Matchbälle und wir wollen den ersten gleich nützen“, so der 45-Jährige. Damit soll die Tradition gewahrt bleiben, denn bei jedem ihrer bisherigen fünf Titel waren die „Bullen“ gleich im ersten Anlauf erfolgreich. Dazu käme für ihn persönlich der emotionale Moment, in seiner Heimat den ersten Bundesliga-Meistertitel als Trainer feiern zu dürfen. Dem hält Altachs Geschäftsführer Christoph Längle, seit der Volksschule ein Begleiter von Adi Hütter, dagegen: „Auch wenn wir heute den kommenden Meister sehen werden, in Altach feiern die Altacher und nicht die Gäste.“ Zumindest in finanzieller Hinsicht wird Längle zum Feiern zumute sein. Denn bei der zu erwartenden Zuschauerkulisse von über 7000 Fans würde man in dieser Saison den 100.000. Besucher in der Cashpoint Arena begrüßen dürfen. „Das ist für uns doch etwas Besonderes“, so Längle.

Nicht zuletzt bedarf es heute erneut einer besonderen Leistung, um Salzburg in die Knie zu zwingen. Deshalb ist die Mannschaft ganz auf diese Partie fokussiert. „Wir schauen nach vorn“, sagt Hannes Aigner voller Überzeugung. Das Team ist jedenfalls bereit, die große Herausforderung anzunehmen, um das Besondere abzuliefern.

Personell muss Trainer Damir Canadi doch ein wenig umbauen. Neben Torhüter Andreas Lukse fehlen weiter Kapitän Philipp Netzer (Canadi: „Er macht gute Fortschritte“) sowie auch der gelb-gesperrte Boris Prokopic und Daniel Luxbacher, der sich am Mittwoch im Amateurmatch eine Fersenprellung zugezogen hat. So gilt es, gerade im Zentrum, wo mit dem Duo Netzer/Prkopic das Herzstück der Mannschaft fehlt, die richtige Zusammenstellung zu finden. Denn Salzburg hat gerade über die Mitte große Qualität. „Das Zentrum gut schließen und dann richtig schnell umschalten und über die Seiten nach vorne spielen“, könnte auch für Aigner eines jener „Rezepte“ sein, um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen. Das wiederum wäre erneut etwas Besonderes in einer Saison, in der die Altacher schon Erstaunliches erreicht haben – und ein Europacup-Platz wartet.

Junger Stürmer auf Test

Vor zwei Saisonen war er von der Vienna getestet worden, nun hat Altach ein Auge auf Christoph Monschein geworfen. Der 22-jährige Stürmer weilte zuletzt für ein paar Probetage in Altach, wo der in Brunn am Gebirge groß gewordene und derzeit bei Ebreichsdorf Spielende, bei Chefcoach Canadi durchaus zu überzeugen wusste. „Wir werden ihn auch mal in einem Match beobachten, dann entscheiden wir“, meinte der 45-jährige Wiener über seinen Testkandidaten.

In Altach feiern die Altacher und nicht die Gäste.

Christoph Längle