Die Weltwirtschaft ist überraschend schwach

Markt / 15.05.2015 • 19:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ines Frei
Ines Frei

schwarzach. Das reale globale Wirtschaftswachstum war im ersten Quartal 2015 überraschend schwach. Die vorläufige Schätzung für das auf das gesamte Jahr hochgerechnete Wachstum vom 4. Quartal 2014 auf das 1. Quartal 2015 beträgt lediglich 1,5 Prozent. Weil die Löhne und Preise nur langsam auf die schwächelnde Wirtschaft reagieren, wächst die Wirtschaft unter dem ohnehin gesunkenen Potenzial. Das bedeutet auch, dass der Inflationsdruck niedrig bleiben wird. Im März betrug die globale Inflation im Jahresabstand lediglich 1,6 Prozent.

Für das zweite Quartal rechnen die Börsianer mit einem moderat höheren Wirtschaftswachstum – die Inflation sollte stabil bleiben. Die Deflationsrisiken haben auch aufgrund der Ölpreis-Stabilisierung etwas abgenommen.

Wie passt das mit der jüngsten Kurskorrektur an den Anleihemärkten und den europäischen Aktienmärkten zusammen? Fundamental hat sich wenig verändert, auch die Nachfrage nach Anleihen wird aufgrund der mageren Investitionstätigkeit und dem Rückkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) hoch bleiben.

Die Korrektur ist daher (Kurs-) technischer Natur und basiert nicht auf einer veränderten fundamentalen Datenlage. Nicht zu unterschätzen sind mögliche Nebenwirkungen der sehr expansiven Zentralbank-Geldpolitiken. Diese sind in der Lage, heftige Gegenbewegungen an den Kapitalmärkten auszulösen – Übertreibungsphasen können entsprechende Kurskorrekturen an den Kapitalmärkten auslösen.

ines.frei@dornbirn.sparkasse.at

Veranlagungsspezialistin
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