Es ist noch nicht Sense

Wetter / 15.05.2015 • 18:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eine Motorsense kommt Fabian Winder nicht ins Haus, er setzt beim Mähen auf Handarbeit. Foto: D. Stiplovsek
Eine Motorsense kommt Fabian Winder nicht ins Haus, er setzt beim Mähen auf Handarbeit. Foto: D. Stiplovsek

Fabian Winder ist heute mit dem Handmäher-Nationalteam in Alberschwende am Start. 

Krumbach. (VN-ger) „Gerät zum Mähen, dessen langes, bogenförmig gekrümmtes, am freien Ende allmählich spitz zulaufendes Blatt rechtwinklig am langen Stiel befestigt ist.“ Diese Beschreibung findet, wer im Duden das Wort „Sense“ nachschlägt. So weit, so gut. Ums Mähen allein geht es Fabian Winder allerdings schon lange nicht mehr. Der 24-jährige Krumbacher ist Mitglied des österreichischen Nationalteams für die europäische Handmähmeisterschaft 2015 in Spanien, die Sense sein bevorzugtes Sportgerät. „An die Sense, fertig los“, heißt es auch am heutigen Samstag ab 10 Uhr in Alberschwende. Beim zweiten Internationalen Handmähen der Landjugend Bregenzerwald messen sich 84 Teilnehmer im Alter von sieben bis 82 Jahren aus vier Nationen. Fabian Winder und weitere Mitglieder des österreichischen Nationalteams treten dabei im sogenannten „Big Battle“ gegeneinander an.

In der Landwirtschaft aufgewachsen, gab es rund um den elterlichen Hof eigentlich immer einen Hang, der ausgemäht werden musste. Irgendwann landete der junge Bregenzerwälder auf dem ersten Wettbewerb, lernte dort andere Burschen mit demselben Hobby kennen. Eines kam zum anderen und die Mäher trafen sich fortan regelmäßig, um sich gemeinsam auf den nächsten Wettbewerb vorzubereiten. Heute sind sie das Handmäherteam Vorarlberg. „Für uns ist das wie für andere Fußball spielen“, sagt der 24-Jährige.

Spezialanfertigung

Einen langen Holzstiel sucht man bei Fabian Winders Sportgerät vergebens. Die Maßanfertigung aus Aluminium ist knapp drei Kilo schwer, das Messer 135 Zentimeter lang. „In der Spezialklasse gibt es keine Normen“, erläutert der Krumbacher. Bei der EM Ende August im spanischen Baskenland gilt es, eine Fläche von 100 Quadratmetern so schnell und so sauber wie möglich abzumähen. Die dafür benötigte Zeit hängt stark vom Zustand des Grases ab. „Im Training habe ich auch schon mal unter zwei Minuten geschafft, beim Bundesfinale waren es drei Minuten.“ Um auch über den Winter Kraft und Kondition trainieren zu können, hat sich der Junglandwirt ein Trainingsgerät aus zwei alten Hometrainern gebaut. „Es ist dieselbe Bewegung wie beim Mähen.“ Da im Wettbewerb jede Sekunde zählt, werden die Trainingseinheiten auf Video aufgezeichnet und analysiert. „Das Wichtigste ist aber, dass die Sense haut“, weiß der Profi.

Das Handmähen ist für uns wie für andere Fußball spielen.

Fabian Winder

Zur Person

Fabian Winder

ist Mitglied des österreichischen Nationalteams für die europäische Handmähmeisterschaft 2015 in Spanien

Wohnort: Krumbach

Geboren: 12. Jänner 1991

Ausbildung: Landwirtschaftsschule Hohenems

Beruf: Landwirt

Familie: fünf Geschwister

Hobbys: Skifahren, Mähen