Kokaingeschäfte bei „Kaffee und Kuchen“

Vorarlberg / 15.05.2015 • 22:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

41-jähriger Arbeiter soll über drei Kilogramm Kokain geschmuggelt haben, doch er gesteht nur Kleinstmengen.

Feldkirch. Schon was den Schmuggel für den Eigenkonsum betrifft, weicht die vorgeworfene von der zugestandenen Menge grob ab. 1300 Gramm sagt die Anklage, ein Kilo sagte der Angeklagte noch vor der Polizei, im Prozess sind es dann rund 150 Gramm, die der Beschuldigte selbst bezogen haben will.

Beschafft hat sich der Mann den Stoff aus der Schweiz. Andererseits soll die Schweiz laut Anklage aber auch Ziel von holländischem Kokain gewesen sein. Auch hier soll der ursprünglich aus Bosnien-Herzegowina stammende Mann seine Finger im Spiel gehabt haben. Mindestens zwei Kilo wurden bei einem Mittelsmann im Wagen gefunden.

Geschickt getarnt

Der Transport von Holland über Deutschland und Österreich in die Schweiz erfolgte mit Pkw. Einer fuhr vor und kundschaftete die Grenze aus. War die Luft rein, rief man den anderen am Handy an und vereinbarte ein Treffen zu „Kaffee und Kuchen“. Damit war klar, dass man voraussichtlich unbehelligt über die Grenze kommen würde. Im Verhandlungssaal gibt sich der Beschuldigte höchst unwissend. Er kennt Personen nicht, hat die Männer angeblich noch nie gesehen, die Namen sagen ihm überhaupt nichts, so seine Verantwortung. Die Polizei, welche die ganze Gruppe überwachte, kann Gespräche, SMS und Treffen nachweisen. „Kann ich mir alles nicht erklären“, bleibt der Angeklagte bei seiner Version.

Drei Männer verhaftet

Drei Personen konnte die Polizei festnehmen. Bei einem fand man immerhin über zwei Kilo des Stoffs im Auto. Beim Beschuldigten fand man Formen für eine Kokainpresse, eine Digitalwaage und Milchpulver, um das Rauschgift zu strecken. „Alles nur für mein eigenes Kokain, nicht für den Handel“, behauptet er.

Doch auch einige Zeugen geben an, er habe ihnen Kokain verkauft. Immerhin um 80 Euro pro Gramm. Mit der Qualität seien sie zufrieden gewesen, so ihre Angaben. Weitere Zeugen müssen geladen werden, eine Videokonferenz mit Deutschland soll weiterhelfen. Der Prozess wurde vertagt.