Was erreichbar ist, das motiviert

Kultur / 15.05.2015 • 21:04 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sind dabei: Jugendmusiken aus Lingenau (oben und unten) und aus Raggal. Fotos: Blasmusikverband  
Sind dabei: Jugendmusiken aus Lingenau (oben und unten) und aus Raggal. Fotos: Blasmusikverband  

Dirigentin Sabrina Ellensohn freut sich, dass gut 800 Jugendliche zum Blasorchesterwettbewerb antreten.

Götzis. (VN-cd) Beim Musikverein Viktorsberg saß sie noch engagiert in den Orchesterreihen und verstärkte den Gesamtklang mit ihrer Querflöte, nach dem Studium, unter anderem bei Thomas Ludescher am Landeskonservatorium in Feldkirch, hat sie sich vor die Harmoniemusik Muntlix ans Pult gestellt und zählte zu den ersten Kapellmeisterinnen im Land, später war sie in dieser Funktion auch beim Musikverein Dornbirn-Rohrbach tätig. Als junge Mama hat Sabrina Ellensohn nun eine kleine Pause eingelegt, bevor aber wieder der Dirigierstab in die Hand genommen wird, organisiert sie einen der wichtigsten Wettbewerbe des Blasmusikverbandes – nämlich den Jugendblasorchester-Wettbewerb, der alle zwei Jahre ausgetragen wird und nun wieder am Samstag und Sonntag in Götzis stattfindet.

19 Orchester haben sich angemeldet, was heißt, dass rund 800 junge Musikerinnen und Musiker im Alter von zwölf bis neunzehn Jahren seit Monaten auf den Auftritt in der Kulturbühne AMBACH hinarbeiten. Ellensohn ist nicht nur zufrieden, sondern auch hocherfreut über die Zahl der Teilnehmer. „Bei den Vereinen und Kapellen mit vielen gut ausgebildeten Leitern, im Kreis der Jugendreferenten im Verband und auch an den Musikschulen wird engagiert gearbeitet“, kommentiert sie die momentane Situation: „Für die Jugendlichen ist der Auftritt eine wichtige Erfahrung, man arbeitet anders, wenn man ein klares Ziel vor Augen hat und wenn man selbst miterlebt, was man alles aus einem Musikstück rausholen kann. Außerdem ist die Atmosphäre in der Kulturbühne eine wunderbare. Man sieht es den Jugendlichen an, wie gerne sie vor Publikum spielen, es ist auch für mich immer wieder ein besonderes Erlebnis, in die strahlenden Augen zu blicken.“

Hohe Anforderungen

Was die Teilnehmer zu leisten haben, ist beachtlich. Zu den Pflichtstücken zählt jeweils auch ein Werk eines österreichischen Komponisten. Ellensohn: „Mit diesen Vorgaben will der Blasmusikverband speziell das Musikschaffen im Land unterstützen. Mich freut es besonders, dass Raphaela Fröwis einen Kompositionsauftrag erhalten hat.“ Die junge Musikerin aus Alberschwende studiert bei Herbert Willi am Landeskonservatorium und hat, so Ellensohn, ein „wunderbares“ Werk vorgelegt. Sie versuche klanglich neue Wege zu gehen und habe eine im besten Sinne moderne bzw. zeitgemäße Komposition geschaffen.

Zum Bundeswettbewerb

Der JugendblasorchesterWettbewerb ist keine regionale Angelegenheit, auf die Besten wartet eine weitere Herausforderung. Jene zwei Orchester, die in ihren Altersgruppen die höchste Punktezahl erreichen, werden im Herbst dieses Jahres beim Bundeswettbewerb im Linzer Brucknerhaus antreten. Zwei Orchester, die zudem gut abschneiden, werden in diesem und im nächsten Jahr bei der Eröffnung der Bregenzer Festspiele auftreten. „Dabei achten wir darauf, dass gute Kapellen aus verschiedenen Talschaften zum Zug kommen.“

Motivierender Klang

Seit gut fünf Jahren ist Sabrina Ellensohn nun schon als Referentin beim Blasmusikverband tätig. Kinder und Jugendliche zu motivieren zählt zu den zentralen Aufgaben. „Aufzuzeigen, was man alles machen und erreichen kann und vor allem, wie schön Musik klingen kann, funktioniert am besten“, fasst sie ihr Rezept zusammen. Abgesehen davon, stehe beim Musizieren das gemeinsame Erleben im Mittelpunkt. Wenn ein Kind das erfährt, dann seien schwierige Wegstrecken durchaus zu meistern. Und zudem möchte die Dirigentin, die unter anderem auch als Musikerin beim Sinfonischen Blasorchester des Landes tätig ist, betonen, dass die Musikschulen in Sachen Basisausbildung in den letzten Jahren Hervorragendes geleistet haben. Was sie selbst motiviert und fasziniert, sei die Musik selbst. Die enorme Bandbreite in der Blasmusik oder das große Klangspektrum sei vielen oft gar nicht geläufig. Etwas davon wird sicher auch beim Wettbewerb zu hören sein.

Mich fasziniert die enorme Bandbreite der Blasmusik und das große Klangspektrum.

Sabrina Ellensohn
Sind dabei: Jugendmusiken aus Lingenau (oben und unten) und aus Raggal.  Fotos: Blasmusikverband
Sind dabei: Jugendmusiken aus Lingenau (oben und unten) und aus Raggal. Fotos: Blasmusikverband

Landeswettbewerb Jugendblasorchester 2015

» Stadtmusik Dornbirn-Jugend
Dirigent: Lucas Oberer

» Schülerblasorchester der MS Klostertal
Dirigent: Christof Fritz

» Jugendmusik MV Lustenau
Dirigent: Gaby König-Warenitsch

» Jugendmusik MG Hatlerdorf
Dirigent: Reinhard Wohlgenannt

» Jugendmusik des MV Dornbirn-Rohrbach
Dirigent: Thomas Halfer

» Jugendkapelle Lauterach
Dirigent: Martina Schelling und Thomas Jäger

» Die jungen Leiblachtaler
Dirigent: Dieter Bischof

» D’Feadoroblauser
Dirigent: Isabella und Jodok Lingg

» Blasmusik der MHS Lingenau
Dirigent: Jürgen Wachter

» Jungmusik Altenstadt
Dirigent: Markus Lins

» Jungmusik Reuthe
Dirigent: Reinhard Fetz

» Crazy Tones
Dirigent: Mathilde Dietrich

» Umma Kumma Blöser
Dirigent: Thomas Halfer

» Musikverein Riefensberg und
Bizau
Dirigent: Jürgen Suranyi

» Jungmusik Lingenau-Langenegg
Dirigent: Andreas Faißt

» Jungmusik Frastanz
Dirigent: Julia Erath

» Jugendorchester Bartholomäberg
Dirigent: Matthias Vallaster

» Andelsberger Jungmusik
Dirigent: Martin Ritter und Lukas Willi

» Jugendblasorchester Liechtenstein
Dirigent: Gerhard Lampert

Der Jugendblasorchester-Wettbewerb findet am 16. und 17. Mai in Götzis (AMBACH) statt.