Der Ruf nach mehr Geld

Politik / 17.05.2015 • 22:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bernadette Mennel wünscht sich mehr Mittel.  foto: vn/PAULITSCH
Bernadette Mennel wünscht sich mehr Mittel. foto: vn/PAULITSCH

Zweites Kindergartenjahr ist weniger wichtig als die Erhöhung der finanziellen Mittel.

wien. (VN) In den Bundesländern kommt Freude auf, dass das Pflichtkindergartenjahr für Fünfjährige weiter gefördert werden soll. Allerdings gibt es Zusatzwünsche. An vorderster Stelle steht dabei, wenig überraschend, das liebe Geld.

In der Bundeshauptstadt etwa hält man eine Erhöhung der Mittel für dringend notwendig, wird  im Büro des zuständigen Stadtrats Christian Oxonitsch (SPÖ) betont. Österreichweit gab es bisher 70 Millionen Euro pro Jahr, Wien lukrierte zuletzt jährlich 15,5 Mill. Euro vom Bund. Demgegenüber würden Investitionen der Stadt für die fünf- bis sechsjährigen Kinder in Höhe von rund 129 Mill. Euro stehen. Der Bundeszuschuss mache somit nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Kosten aus.

Bei einer Verlängerung sei es aber wichtig, dass keine zusätzliche Deckelung bzw. Maßnahmen, die eine Abholung erschweren, geplant sind. Auch gegen die Einführung eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahres wehre man sich nicht, da schon jetzt beinahe alle Vierjährigen eine Betreuungseinrichtung besuchen.

Im westlichsten Bundesland wünscht man sich eine dauerhafte Mittelzusicherung. Für Vorarlbergs Landesrätin Bernadette Mennel (ÖVP) heißt das konkret: „Deutlich länger als drei Jahre.“ Das gebe den Gemeinden und Ländern zusätzliche und langfristige Sicherheit.

Das Land Vorarlberg hat vom Bund für das verpflichtende Kindergartenjahr bisher einen Zuschuss von 3,36 Mio. Euro erhalten. Damit sei das Gratisjahr für fünfjährige Kinder umsetzbar gewesen.

100 Prozent Betreuungsquote

Mennel betonte aber auch, dass die Betreuungsquote der Fünfjährigen bereits vor Einführung des verpflichtenden Kindergartenjahres 100 Prozent betragen habe, auch annähernd alle vierjährigen Kinder hätten Kinderbetreuungseinrichtungen besucht.

Sollte der Bund ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr einführen wollen, „muss er dies auch unterstützen“, stellt Mennel klar. „Die Länder können den zusätzlichen Aufwand nicht allein stemmen.“