Diebische Schwestern verurteilt

Vorarlberg / 17.05.2015 • 22:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

In einem Tankstellenshop verschwanden Lebensmittel im Wert von 2300 Euro.

Christiane Eckert

Feldkirch. Immer wieder werden Angestellte des Diebstahls überführt, doch die Geschäftsinhaber können nicht ständig Kontrollen durchführen. Eine Tankstelle im Unterland hatte es allerdings mit einer besonderen Dichte an Ganoven zu tun.

Zwei ehemalige Angestellte wurden verurteilt, und auch der Tankwart steht offenbar unter Tatverdacht. Auf die gewerbsmäßig ausgeführte Tat des Diebstahls steht eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren.

Menschenhandel

Die 31-Jährige ist gebürtige Serbin und arbeitete, wie ihre Schwester auch, in der betreffenden Tankstellenfiliale. Mittlerweile sind beide entlassen, die Schwester wurde bereits rechtskräftig verurteilt. Die Angeklagte hat schon lange finanzielle Probleme, doch sowohl sie als auch ihr Lebensgefährte hatten einen Job. „Es herrschte keine finanzielle Notlage“, betont die Staatsanwältin deshalb. Die Frau nahm von ihrem Arbeitsplatz Lebensmittel mit. Zunächst habe sie die Sachen bezahlen wollen, sagt sie. Dann blieb es jedoch bei der Gratisentnahme. Bis heute hat die Ex-Angestellte den Schaden, der bereits eine ganze Weile bekannt ist, nicht bezahlt.

Drei Monate

Gestohlen hat die mehrfache Mutter von Oktober bis Dezember 2014. Doch Diebstahl ist nicht das Einzige, was in ihrer Strafkarte vermerkt ist. In der Schweiz wurde sie im Jahr 2013 wegen Menschenhandels und Körperverletzung zu 18 Monaten bedingter Haft und 2250 Schweizer Franken bedingter Geldstrafe verurteilt.

Unglaubwürdig

Vor Gericht beteuert die 31-Jährige, dass nur die Notlage sie zur Straftat gezwungen habe. „Ich habe nur für meine Kinder gestohlen, ich selbst habe nie etwas von den Sachen gegessen“, stammelt sie. Eine Geschichte, die Richter Martin Mitteregger nicht so recht glauben kann. Als Strafe werden jedenfalls vier Monate Haft auf Bewährung sowie 960 Euro unbedingte Geldstrafe festgesetzt. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Frau bekommt die Möglichkeit, die knapp 1000 Euro in 100-Euro-Monatsraten abzustottern.

Ich habe nur für meine Kinder gestohlen, ich selbst habe nie etwas von den Sachen gegessen. 

Angeklagte