Ein Liter Benzin für 5000 Kilometer

Markt / 17.05.2015 • 19:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
V.l.: Studiengangsleiter Klaus Rheinberger, Norbert Christof, Andreas Hosp, Dominik Allgaier, Simon Ladurner, Thomas Sohm und Roman Beer, Ines Halbritter und Susanne Außerer.  
V.l.: Studiengangsleiter Klaus Rheinberger, Norbert Christof, Andreas Hosp, Dominik Allgaier, Simon Ladurner, Thomas Sohm und Roman Beer, Ines Halbritter und Susanne Außerer.  

Master-Studenten der FH Vorarlberg nehmen an Ökoautorennen teil.

Dornbirn. (VN-gms) Seit zwei Jahren gibt es das berufs­begleitende Master-Studium „Energietechnik und Energiewirtschaft“ an der FH Vorarlberg. Der erste Jahrgang ist gerade dabei, dieses Studium abzuschließen. Ein Projekt zeigt eindrucksvoll, welche Fertigkeiten die Fachhochschüler erlernen können, und beweist auch den enormen Aufwand, der parallel zum Berufsalltag in das Master-Studium investiert wird: Im Zuge einer dreisemestrigen Projektarbeit haben die Studenten nämlich in drei Gruppen je ein Elektrofahrzeug entwickelt. Das ausgefeilteste Projekt, „Elena“ (ELectrical, ENgineering, Acceleration), nimmt ab 21. Mai an der 30. Auflage des Shell Eco-Marathon in Rotterdam teil.

Bei dem Ökorennen geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, mit möglichst wenig Energieeinsatz ein optimales Ergebnis zu erzielen. Eine 16 Kilometer lange Strecke muss in maximal 40 Minuten befahren werden. Ein Messgerät misst den Verbrauch; das Team mit dem geringsten Energieaufwand gewinnt.

Der Weg nach Rotterdam war schwierig. 10.000 Euro bekamen drei Gruppen von Studenten zur Verfügung gestellt, um ein Fahrzeug zu entwickeln. Weitere Gelder wurden durch Sponsoren lukriert. Über 40.000 Arbeitsstunden haben die Studenten von „Elena“ neben Studium und Arbeit in ihr Fahrzeug gesteckt. Der Aufwand hat sich für das Team bisher gelohnt. Es gewann die FH-interne Ausscheidung gegen zwei andere Teams und wird Österreich gemeinsam mit einem Auto der HTL Salzburg vertreten.

5000 Kilometer mit dem Energieäquivalent von einem Liter Benzin wollen die Studenten erreichen. Beim Ausscheidungsrennen waren es noch „nur“ 3500 Kilometer. Der Rekord wurde 2014 von einem Auto der Uni Graz aufgestellt: Damals erreichte man (hochgerechnet) fast 11.000 Kilometer Fahrleistung. Dafür wird es nicht reichen, sind sich Simon Ladurner und Sascha Steiner einig. Immerhin habe man mit acht Personen ein vergleichsweise kleines Team. In Graz seien 78 Studenten beteiligt gewesen und das Auto sei über mehrere Jahre weiterentwickelt worden.
Dass man es so weit geschafft hat, hat mit akribischem Arbeiten und den Sponsoren zu tun. So hat etwa Egger Metall zum Selbstkostenpreis die Vorlage für das Chassis aus Metall geschnitten und ein deutsches Unternehmen (ACE) das Chassis aus Karbon kostenlos laminiert. Weitere Unterstützung erhielt man von Zumtobel, Omicron, der Graf-Gruppe, Künz Kräne und Mercedes Schneider.

Das komplette Fahrzeug wiegt nur 30 Kilogramm; dazu kommen etwa 50 Kilogramm von Pilotin Susi Außerer, die mit einer möglichst ökonomischen Fahrweise maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg von „Elena“ nehmen wird. An der Fachhochschule arbeitet mittlerweile ein zweites Team an einem Fahrzeug für die Eco-Challenge.